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05/10/2018 15:26 CEST | Aktualisiert 07/10/2018 19:28 CEST

Weniger nackte Haut: München verbietet sexistische Werbung

Die Verträge, die die Stadt künftig mit Werbepartnern schließt, enthalten jetzt klare Regeln.

JOE KLAMAR via Getty Images
In München soll es in Zukunft weniger sexistische Werbung geben. (Symbolbild)
  • In München sollen künftig weniger sexistische Werbeplakate zu sehen sein. 
  • Der Stadtrat hat nun beschlossen: In Verträgen mit Werbepartnern sollen sexistische Darstellungen in Zukunft ausgeschlossen werden.

Wer hin und wieder durch die Stadt bummelt, dürfte an sie gewöhnt sein: Werbeplakate, von denen leicht bekleidete Frauen auf die Passanten hinunter lächeln. 

►  Zumindest in der bayerischen Landeshauptstadt München dürften diese künftig weniger werden. 

► Am vergangenen Donnerstag beschloss dort der Stadtrat in einer Vollversammlung: Künftig soll auf den von der Stadt vermieteten Werbeflächen keine sexistische Werbung mehr zu sehen sein. 

“Betroffen von der Regelung sind städtische Werbeanlagen”

Auf einen Antrag von Rathaus-Grünen und Rosa Liste hin wurde festgehalten: Ab jetzt soll die Stadt bei der Zusammenarbeit mit ihren Werbepartner wählerischer sein. 

“Betroffen von der Regelung sind lediglich städtische Werbeanlagen”, sagte Sprecher Matthias Kristlbauer. “Wenn die Stadt und auch die MVG (Münchner Verkehrsgesellschaft, Anm. d. Red.) in Zukunft Verträge mit Werbepartnern schließen, wird im Vertrag auch festgehalten, dass die Werbung nicht sexistisch sein darf.”

Mehr zum Thema Sexismus: Sexistische Werbung: So verstörend sieht es aus, wenn Frauen in Anzeigen durch Männer ersetzt werden 

So steht es auch im Beschluss des Stadtrats: “Die Vertragspartnerin ist verpflichtet, Werbeaufträge zurückzuweisen, deren Inhalte gegen eine behördliche Anordnung, gegen allgemeine Gesetze, gegen die guten Sitten oder die Menschenwürde verstoßen. Dies gilt auch für sexistische Werbung.”

Doch kann diese Regelung wirklich etwas ändern? Gibt es wirklich eine allgemeingültige Definition für Sexismus? 

Sexistisch sei Werbung, die “Frauen einseitig in klischeehaften Rollen” darstellt oder demütigt 

“Am Ende muss das natürlich im Einzelfall untersucht werden”, erklärt Kristlbauer. 

► Definiert werde sexistische Werbung jedoch auf Grundlage der Definition des Sexismusbeirats von 1987. Demnach gelte Werbung als sexistisch, wenn sie “Frauen einseitig in klischeehaften Rollen” darstellt, “Frauen demütigt und lächerlich macht” oder die “sexuelle Attraktivität der Frau ohne Sachzusammenhang einer Produktvorstellung zeigt.”

Weiterhin könne Werbung als sexistisch definiert werden, wenn sie den “Eindruck erweckt, dass Frauen Waren sind oder als deren Zugabe erworben werden können” oder wenn sie zu “Gewalt gegen Frauen oder Kinder auffordert.” 

Nicht nur in München ist sexistische Werbung nun verboten

Mit der Regelung führt München einen Trend fort, der in anderen deutschen Bundesländern und Städten seinen Anfang nahm. 

► So wurde im Juni auch in Leipzig sexistische Werbung verboten. Grund dafür soll die gemalte Abbildung einer Frau in Unterwäsche auf einer Waffel-Bude gewesen sein. 

► In Bremen gibt es seit mehr als einem Jahr eine Meldestelle. Dorthin können sich Bürger wenden, wenn ihnen eine sexistische Werbung im öffentlichen Raum auffällt. 

Der Beschluss der Stadt München könnte also ein weiterer Schritt in Richtung einer Werberevolution sein, die gerade Frauen zugunsten kommen kann. 

(nc)