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08/03/2018 16:35 CET | Aktualisiert 08/03/2018 17:41 CET

Weltfrauentag: Diese 16 Mädchen haben die Welt verändert

Mutmacher – schon in jungen Jahre.

reuters
Sie haben die Welt verändert – und das in jungen Jahren.
  • Der Weltfrauentag ist auch ein guter Anlass, um zurückzublicken
  • Wir haben die bemerkenswerten Geschichten von 16 Mädchen gesammelt

Niemand ist zu jung dafür, um die Welt für immer zu verändern.

Nach dem Amoklauf an einer Schule in Florida im Februar haben sich Schüler und Schülerinnen auf eindrucksvolle Weise dafür eingesetzt, dass die Waffenrechte in den USA endlich verschärft werden. Die Demonstrationen waren eine Erinnerung daran, dass junge Menschen viel bewirken können.

Das zeigen auch die Geschichten der 16 Mädchen aus der ganzen Welt, die wir zum Weltfrauentag gesammelt haben. Sie haben sich für die Bildung eingesetzt, haben für Bürgerrechte demonstriert, andere mit ihrem Engagement inspiriert – und die Welt verändert.

Aber lest selbst:

1. Ruby Bridges

Bettmann via Getty Images

Ruby Bridges war 1960 gerade einmal sechs Jahre alt – und sie war die erste afroamerikanische Schülerin an der William-Frantz-Grundschule in New Orleans. Sie sah sich wütenden Protesten ausgesetzt und musste auf ihrem Schulweg von mehreren Bundespolizisten begleitet werden.

Ruby Bridges wurde zu eine Ikone der Bürgerrechtsbewegung in den USA.

2. Malala Yousafzai

Stringer Pakistan / Reuters

Malala Yousafzai ist eine Menschenrechtsaktivistin aus Pakistan. Sie setzt sich für Schulbildung für Mädchen ein. Ein Taliban-Attentäter schoss sie bei einem Anschlag an – damals war  Yousafzai gerade einmal 15 Jahre alt. Zwei Jahre später erhielt sie den Friedensnobelpreis. Sie ist die jüngste Preisträgerin.

3. Anne Frank

ullstein bild Dtl via Getty Images

Das jüdische Mädchen Anne Frank musste mit ihrer Familie vor den Nazis fliehen. In den Niederlanden verfasste sie ihr berühmtes Tagebuch, während sie sich vor der Gestapo versteckte. Ihre Familie wurde entdeckt. Frank starb 1945 im Alter von 15 Jahren im Konzentrationslager Bergen-Belsen.

Ihr Vater Otto, der als einziger der Familie überlegte, veröffentlichte posthum das Tagebuch seiner Tochter. Es wurde in über 60 Sprachen übersetzt.

4. Alexandra Scott

Alexs Lemonade Stand Foundation

Ärzte diagnostizierten bei Alexandra Scott schon vor ihrem ersten Geburtstag ein Neuroblastom, eine Form von Krebs im Kindesalter.

Als sie vier Jahre alt war, stellte Scott zum ersten mal einen Limonadenstand vor ihrem Haus auf, um Geld für die Kinderkrebsforschung zu sammeln. Durch ihr Beispiel inspiriert, sammelten Kinder auf der ganzen Welt daraufhin mit dem Verkauf von selbstgemachter Limonade Geld für die Krebsforschung.

Als Scott im Jahr 2001 starb, hatte sie eine Million Dollar für die Krebsforschung gesammelt. Ihre Familie hat inzwischen eine Stiftung mit dem Namen “Alex’s Limonadenstand” gegründet, die Mittel für die Krebsforschung sammelt.

5. Claudette Colvin

Portland Press Herald via Getty Images

Schon neun Monate bevor die schwarze US-Bürgerrechtlerin Rosa Parks 1955 verhaftet wurde, hatte die 15-jährige Claudette Colvin sich geweigert, in einem Bus im US-Bundesstaat Alabama für einen Weißen aufzustehen. Dafür wurde sie von der Polizei verhaftet.

Der Fall von Colvins Verhaftung sorgte unter anderem dafür, dass das Oberste Gericht der USA die Rassentrennung in Bussen in Alabama und anderen Regionen der USA für illegal erklärte.

6. Bana Alabed

Umit Bektas / Reuters

Alabed machte im Jahr 2016 weltweit Schlagzeilen, als sie aus dem belagerten Aleppo twitterte. Inzwischen ist die Syrerin 8 Jahre alt – und kämpft noch immer darum, dass die Welt endlich etwas gegen das Grauen in Syrien tut.

7. Jazz Jennings

Earl Gibson III via Getty Images

Jazz Jennings war gerade einmal sechs Jahre alt, als sie ein Interview für eine Sonder-Fernsehsendung über Transgender-Kinder gab. Ab diesem Zeitpunkt begann sie, die Welt darüber aufzuklären, was es bedeutet, Transgender zu sein.

Die LGBTQ-Aktivistin hat inzwischen sogar eine eigene TV-Show namens “Ich bin Jazz” und hat unter dem gleichen Namen ein Kinderbuch als Co-Autorin geschrieben. Jetzt, mittlerweile 17 Jahren alt, spricht sie regelmäßig über Themen, die die transsexuelle Community bewegen.

 8. Audrey Faye Hendricks

Atheneum Books for Young Readers

1963 nahm die neunjährige Audrey Faye Hendricks gemeinsam mit tausenden anderen Kindern und Jugendlichen an einem “Kinder-Kreuzzug” teil - einer gewaltfreien Demonstration in Birmingham – um sich gegen Geschlechtertrennung einzusetzen.

Hendricks war unter den hunderten Studenten, die festgenommen wurden und wegen ihres Aktivismus mehr als eine Woche im Gefängnis verbringen mussten. Die Bilder des “Kinder-Kreuzzuges”, die die brutale Reaktion der örtlichen Behörden zeigten, sorgten auf der ganzen Welt für Empörung.

 9. Capri Everitt

Tom Szczerbowski via Getty Images

Im Alter von elf Jahren begann das kanadische Mädchen Capri Everitt Geld für Waisenkinder und andere verlassene Kinder zu sammeln. 

Es gelang ihr, indem sie mit ihrer Familie in 80 verschiedene Länder reiste. Dort sang sie mit ihrer Familie jede Nationalhymne in der Sprache des Landes. Die Einnahmen der Aktion gingen an das SOS Kinder-Dorf.

10. Mary Shelley

Bettmann via Getty Images

Die englische Autorin Mary Shelley war gerade einmal 18 Jahre alt, als sie “Frankenstein” schrieb. Der Roman wird von vielen als die Grundlage für das Science-Fiction-Genre angesehen.

Shelley wird deshalb auch das “Teenager-Mädchen, das Science Fiction erfunden hat” bezeichnet.

11. Yusra Mardini

Fabrizio Bensch / Reuters

Im Alter von 18 Jahren hat Yusra Mardini als ein Mitglied des ersten Olympischen Flüchtlings-Teams in Rio de Janeiro Geschichte geschrieben.

Bei ihrer Flucht aus Syrien ein Jahr zuvor half sie dabei, die Leben von anderen Flüchtlingen zu retten, nachdem das völlig überladene Boot, das sie nach Griechenland bringen sollte, zu sinken begann. 

12. Margaret E. Knight

Farrar Straus and Giroux

Als sie zwölf Jahre alt war, wurde Margaret Knight Zeugin eines schrecklichen Unfalls mit einem mechanischen Webstuhl in einer Baumwollspinnerei.

Um andere Arbeiter in Spinnereien vor solchen Unfällen zu schützen, erfand sie eine Sicherheitsvorkehrung für die Maschinen, die andere Spinnereien übernahmen.

Knight erfand 1870 auch eine Maschine, mit der man Papiertüten mit Boden herstellen konnte.

13. Amariyanna Copeny

Kevin Lamarque / Reuters

Als sie acht Jahre alt war, schrieb Amariyanna “Mari” Copeny aus dem US-Bundesstaat Michigan einen Brief an den damaligen US-Präsidenten Barack Obama. Sie fragte Obama, ob er sie und ihre Familie bei einem Besuch in Washington treffen würde.

Die Heimatstadt des Mädchens, Flint, litt damals unter eine Krise: Das Trinkwasser von über 100.000 Menschen war verunreinigt. Obama antwortete, er würde  unverzüglich nach Flint reisen, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen.

In den vergangenen Jahre wurde “Little Miss Flint” als Aktivistin bekannt, die sich für ihre Mitmenschen und ihre Stadt einsetzt. “Briefe von Kindern wie dir sind es, die mich optimistisch  für die Zukunft stimmen”, schrieb Obama damals an Copeny zurück.

14. Yuan Yuan Tan

Nir Elias / Reuters

Die chinesische Ballet-Tänzerin Yuan Yuan Tan vertrat schon als Jugendliche ihr Land bei internationalen Wettbewerben. Im Alter von 17 Jahren wurde sie die jüngste chinesische Primaballerina beim San Francisco Ballet – und war damit auch die erste Chinesin, die diesen Titel im Westen erhielt.

Sie spricht bei ihren Auftritt weltweit über ihren schwierigen Weg nach ganz oben und will andere junge Tänzerinnen und Tänzer ermutigen, ihren Träumen zu folgen.

15. Sylvia Mendez

Harry N Abrams

Sylvia Mendez war gerade einmal acht Jahre alt, als sie 1946 Teil eines wegweisenden Gerichtsprozesses zur Rassentrennung war. Diese Frage wurde im Prozess verhandelt: Dürfen Schüler mittel- und südamerikanischer Abstammung auf “Weiße”-Schulen gehen?

Mendez’ Seite gewann – und das Mädchen wurde das erste Latino-Kind, das auf eine Schule ging, die zuvor nur Weißen vorenthalten war.

16. Bindi Irwin

Beck Starr via Getty Images

Die Australierin Bindi Irwin führt das Erbe ihres Vaters Steve weiter, einem Naturschützer, der 2006 gestorben war. Im Alter von acht Jahren trat sie in der Doku-Serie “Bindi the Jungle Girl”, um andere Kinder zu ermutigen, sich für Tiere und Tierschutz zu interessieren. Noch immer tritt sie im Fernsehen auf, schreibt Bücher und folgt den Fußstapfen ihres Vaters.

Dieser Artikel erschien zuerst bei der HuffPost US und wurde von Leonhard Landes, Benjamin Reuter, Katharina Schneider und Amelie Graen übersetzt.