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08/02/2018 13:45 CET | Aktualisiert 08/02/2018 13:45 CET

Weil Distanz das Gegenteil von Nähe ist

Zwischen uns, da ist so viel Ungesagtes. Da ist so viel Raum, da ist so viel Leere, da ist so viel Wut, so viel Enttäuschung, so viel Trauer. Zwischen uns ist ein großer Zwischenraum, dass deine Worte sich verlieren in all dem Platz, der zwischen uns ist. Und du sagst schon lange nicht mehr nicht das, was du meinst und ich meine nicht mehr das, was ich sage.

Du bist so weit entfernt, dass ich dich nicht mehr an dich heran komme. Dass ich dich nicht mehr trösten kann. Du bist so weit weg, dass ich einfach nicht weiterweiß, wie es weitergehen kann.

Wie können wir gemeinsam einen Weg gehen, wie kannst du meine Hilfe wollen, wenn du so weit entfernt bist und nicht mal hörst, was ich meine. Sag mir, was ich tun kann. Wie du wieder der Mensch werden kannst, der mich blind versteht, der immer für mich da ist. Meine Insel, mein Halt, mein Anker.

Du bist der Mensch, der mich nie hätte im Stich lassen dürfen.

Hörst du? Ich wünsche mir, dass du mich wieder sehen kannst, dass du mich wieder lieben kannst. Ich wünsche mir, dass du merkst, wenn es mir schlecht geht, dass du merkst, wenn ich dir nicht sage, was ich meine. Du bist der Mensch, der meine kleine Welt so lange in seinen Händen getragen hat und in Ordnung wiegen konnte. Du bist der Mensch, der mir versprochen hat, immer für mich da zu sein. Du bist der Mensch, der mich nie hätte im Stich lassen dürfen.

Du bist der Mensch, dessen Welt ich in immer wieder in Ordnung bringen soll. Du bist der Mensch, der sagt ich kann nicht mehr, hilf mir. Doch, eigentlich bin ich es, die nicht mehr kann. Das ist dein Chaos und da hilft kein Wort, das sowieso nur vor deine Füße fällt und wo du dann drauf trittst ohne es zu merken.

Vielleicht traue ich mir irgendwann zu sagen, was diese Leere ohne dich für mich bedeutet

Vielleicht ist es an der Zeit das Band zwischen uns zu lösen. Vielleicht können wir dann beide überlegen wie wir wieder zueinander finden. Vielleicht können wir dann auch sagen, was wir meinen. Vielleicht traue ich mir irgendwann zu sagen, was diese Leere ohne dich für mich bedeutet. Vielleicht traue ich mich irgendwann dir zu sagen, dass du mich im Stich gelassen hast. Vielleicht traue ich mich zu sagen, dass ich nicht deine Welt in Ordnung bringen muss, sondern nur meine.

Und wenn ich das dann alles gesagt habe, vielleicht ist dann nicht mehr so viel ungesagtes zwischen uns und vielleicht auch nicht mehr so viel Wut und vielleicht, vielleicht wäre das ein Neuanfang.

Aber vielleicht verlieren ich mich auch in diesen vielen vielleichts. Vielleicht reicht kein Wort der Welt um diesen Zwischenraum, den wir mit der Zeit enstehen haben lassen, zu schließen. Weil Distanz das Gegenteil von Nähe ist. Weil ich mich kenne und weil ich dich kenne.

Zwischen uns kann es nicht mehr so werden, denn zwischen uns ist zu viel passiert und das Band, das hast längst schon du zertrennt, an dem Tag an dem du aufgehört hast mich zu sehen, an dem Tag an dem du nicht gemerkt hast, dass ich dir etwas vormache, dass meine kleine Welt zerbrochen ist. An dem Tag als das Ungesagte zwischen uns mehr Raum einnahm als all das, was uns verbunden hat.