POLITIK
26/12/2017 20:30 CET

Weihnachtsmärchen à la Trump: Eine Zeitung zeigt, was Trump wirklich von Weihnachten hielt

Jonathan Ernst / Reuters
US-Präsident hat ein sehr spezielles Verhältnis zu Weihnachten

US-Präsident Donald Trump zelebriert gerade seine ganz eigene Weihnachtsfeier: Er feiert sich dafür, Weihnachten gerettet zu haben. 

 Ohne ihn, so das Trump’sche Narrativ, dürfte man in den USA niemandem mehr “Frohe Weihnachten” wünschen, sondern bestenfalls noch “Schöne Feiertage”, aus falsch verstandener Rücksicht gegenüber Nicht-Christen.

Wir halten also fest: Trump ist für Weihnachten in den USA nach eigener Auffassung offenbar so wichtig wie das Christkind.

Weihnachtsschmuck? Verboten

Nun hat allerdings die “Washington Post” eine alte Geschichte der “New York Times” von 1984 ausgegraben. Darin steht zu lesen, dass Trump Bewohnern seines Mietshauses in New York hinausekeln wollte, zwecks anderer, lukrativerer Nutzung.

Eine der Schikanen, die die von Trump eingesetzte Hausverwaltung sich demnach einfallen ließ: Die Bewohner durften keine Weihnachtsdeko in der Eingangshalle aufstellen. 

In dem mehrjährigen Hin und Her sollte ein Bewohner schließlich unterschreiben, dass eine etwaige Dekoration allen Gesetzen genügen würde und er den Schmuck sofort entfernen würde, wenn sich jemand dadurch in seinen religiösen Gefühlen verletzt fühle.

“Holiday Tree”

Einige Jahre später, 1999, so beschreiben es lokale Medien, ließ Trump einen riesigen “Holiday Tree” aufstellen. Warum das futuristische Gebilde nicht Weihnachtsbaum genannt wurde? Das ist unklar.

Unchristliche Grüße

Und dann fand die “Washington Post” in Trumps alten Tweets gleich mehrere Belege dafür, dass Trump höchstselbst zur Weihnachtszeit eine schöne Zeit gewünscht hatte. Von wegen christlicher Weihnachtsgruß. 

Wishing everyone a very Happy Holiday season!

— Donald J. Trump (@realDonaldTrump) 23. Dezember 2010

 Weihnachtsmärchen à la Trump

Was soll man also zu solcher Doppelzüngigkeit sagen, gerade an Weihnachten, wo sich schimpfen und fluchen noch weniger gehört als sonst?

Vielleicht muss man Trumps Erzählung einfach ein Märchen nennen. Ein ganz spezielles Weihnachtsmärchen.