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05/12/2018 16:41 CET

Weihnachten: So vermeiden Paare Streit und Konflikte an den Feiertagen

Ihr seid sicher nicht die einzigen, bei denen es zu dieser Jahreszeit stressig wird.

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Besonders während der Feiertage kann es in Beziehungen stressig werden. 
  • Die Weihnachts-Feiertage können für Paare zur Zerreißprobe werden.
  • Ehe- und Familientherapeuten haben uns verraten, was die typischen Probleme sind und wie ihr sie besser bewältigen könnt. 

Die Feiertage mögen vielleicht die schönsten Tage im Jahr sein – doch für einige Paare können bieten sie ein hohes Streitpotenzial.

Der Feiertagsstress, bedingt durch Reisen, Finanzplanung, straffe Zeitpläne oder auch anstrengende Verwandte, können für eine Beziehung belastend sein.

Wir haben Therapeuten nach den Beziehungsproblemen gefragt, die besonders zu dieser Jahreszeit auftauchen und wie Pärchen am besten damit umgehen können. 

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1. Ihr gebt nicht offen zu, wie viel Geld ausgegeben wird

“Geschenke kaufen, Flugtickets buchen, Partydekorationen organisieren, extra Essen besorgen – besonders bei den Finanzen kann es zu Unstimmigkeiten kommen. Vor allem wofür und wie viel Geld ausgegeben werden sollte. Richtig Ärger kann es dann geben, wenn ein Partner dem anderen nicht mitteilt, wie viel Geld er oder sie bereits ausgegeben hat. Oder das gemeinsame Budget nicht vorher genau durchgesprochen wurde”, sagt Ehe- und Familientherapeutin Sheri Meyers.

Um finanzielle ‘Untreue’ zu vermeiden, solltet ihr euch vor den Feiertagen zusammensetzen und einen realistischen Finanzplan aufstellen. Gemeinsam solltet ihr entscheiden, wie viel Geld ihr tatsächlich ausgeben könnt, was euer Budget ist und dass ihr euch beide daran haltet, empfiehlt die Familientherapeutin.

“Geht eure Geschenkeliste gemeinsam durch und legt fest, wer was bekommt und wie viel Geld pro Geschenk bezahlt werden sollte. Macht euch einen Plan mit alternativen Geschenken, die nicht viel Kosten und dennoch die Weihnachtsstimmung nach oben treiben – Plätzchen backen, selbstgemachte Geschenke und Grußkarten, ein gemütliches Beisammensein.”

2. Ihr könnt euch nicht entscheiden, wo ihr feiern sollt

Ein Problem, das öfter während der Feiertage aufkommt, ist die Entscheidung: Wo und mit wem sollen wir Weihnachten, den ersten Weihnachtsfeiertag oder auch Hanukkah verbringen?

“Eine mögliche Lösung wäre, die Feiertage aufzuteilen. Ihr verbringt Weihnachten oder Hannukah bei einem Teil der Familie und die darauffolgenden Feiertage bei dem anderen. Oder ihr wechselt jedes Jahr ab”, sagt Ehe- und Familientherapeut Danny Gibson.

Falls beides nicht funktioniert, könnt ihr auch eure Familien zu euch einladen. “Behaltet nur im Hinterkopf, dass diese Entscheidung zusätzlichen Stress und eine riesige Organisation beinhaltet”, sagt Gibson.

3. Ihr trinkt deutlich mehr, als geplant

“Zu viel zu trinken ist besonders zu dieser Jahreszeit ein Problem. Dabei kann nicht nur der Alkohol für Ärger sorgen, sondern vor allem auch ein unpassendes Verhalten, das daraus resultiert”, warnt Therapeut Kurt Smith.

Falls ihr oder euer Partner Schwierigkeiten hat, euch zurückhalten, solltet ihr euch vorher einen Plan machen, empfiehlt Smith.

“Legt fest, wie viel jeder jeweils ungefähr trinken kann und wie ihr am Ende wieder nachhause kommt.”

4. Ihr habt unterschiedliche Vorstellungen von Bräuchen

Vielleicht habt ihr eure Geschenke immer am Weihnachtsabend aufgemacht und euer Partner aber immer erst am nächsten Morgen. Oder ihr findet Weihnachten nur dann schön, wenn es zahlreiche Geschenke gibt und euer Partner hat die Einstellung ‘Weniger ist mehr’.

“Als Paar müsst ihr eigentlich täglich eure Unterschiede unter einen Hut bringen. Und sogar für diejenigen, die sich schon lange kennen, können die Feiertage eine Herausforderung sein”, sagt Ehe- und Familientherapeut Winifred M. Reilly.

Feiertagsbräuche werden uns von Klein auf mitgegeben und sind deshalb besonders emotional für uns. Umso mehr halten wir deshalb an ihnen fest und sind weniger offen für Alternativen. 

“Egal, ob ihr euch dafür entscheidet, halb-halb zu machen oder euch jedes Jahr mit den jeweiligen Bräuchen abzuwechseln, denkt daran: Es gibt keinen richtigen oder besseren Weg”, sagt Reilly.

Vielleicht überlegt ihr euch sogar eine dritte Option, eure Variante. “Diese kann genauso befriedigend und bedeutungsvoll – wenn nicht sogar noch bedeutsamer – sein, wie eure vorherigen Familientraditionen.”

5. Ihr müsst euch mit nervigen Verwandten rumschlagen

Falls bei euch feiert, euer Großvater sich immer betrinkt, eure Schwiegermutter nie ein nettes Wort für euch findet oder euer Cousin immer zwei Stunden zu spät ist – dann werden sie sich wohl auch dieses Jahr so verhalten.

″Ärgert euch nicht, lasst euch nicht provozieren, sondern probt lieber eine passende Reaktion für eure Familienmitglieder”, empfiehlt Meyers.

Beispielsweise könnt ihr euch angewöhnen, vor einer angespannten Situation einmal tief ein- und auszuatmen. Seht euch selbst als gütigen Gastgeber, der respektvoll, erwachsen, besonnen sowie nicht defensiv handelt und dadurch euer Zuhause mit Wärme, Lob und Anerkennung füllt. 

“Arbeitet mit eurem Parnter einen Backup-Plan aus, wie ihr gemeinsam als Team agieren könnt. Denkt euch ein geheimes Signal oder Wort aus, welches eurem Partner klar macht: ‘Greif bitte ein. Ich brauche jetzt Hilfe’”, sagt Meyers.

Sobald ihr euren Plan im Hinterkopf habt, entspannt euch und glaubt an das Gute im Menschen. “Dinge, auf die wir uns fokussieren, können wachsen: Fokussiert euch darauf, ruhig zu bleiben und eine tolle Zeit miteinander zu verbringen.”

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6. Ihr habt unterschiedliche Vorstellungen von Geschenken

In einer Beziehung kann es denjenigen geben, der es liebt, lange und intensiv nach dem perfekten Geschenk zu suchen und es zu kaufen – egal, wie viel es kostet. Und dann gibt es natürlich auch den Pragmatiker, der es nicht für notwenig hält, ein teueres Geschenk zu kaufen. 

“Manche Menschen denken, dass das Geld, das sie für Geschenke ausgeben, auch direkt widerspiegelt, wie viel ihnen diese Person wert ist. Wenn sich Paare also bei der Geschenke-Philosophie uneinig sind, dann kann dies zu verletzten Gefühlen führen”, sagt Gibson.

Um dieses Problem zu vermeiden, solltet ihr euch vorher miteinander austauschen und besprechen, wie viel Geld jeder von euch für Geschenke ausgeben möchte. Dafür müsst ihr vielleicht eure Rechnungen durchgehen und anstehende Ausgaben miteinbeziehen.

7. Die Zeit zu zweit geht im Feiertagsstress unter

Neben euren sowieso schon stressigen Tagesaufgaben kommen noch Geschenke kaufen, dekorieren, Weihnachtsfeiern und andere geld- und zeitfressende Termine hinzu. Vielleicht kommen dann genau in dieser Zeit eure gemeinsamen Stunden zu kurz. 

Wie könnt ihr nun während der Feiertage eure emotionale Verbindung aufrecht erhalten und eure Beziehung weiterhin romantisch gestalten?

“Meiner Meinung nach braucht ihr besonders jetzt die tägliche Dosis der ‘Drei A’s’, um eure Beziehung am Leben zu erhalten und euch weiterhin verbunden zu fühlen: Aufmerksamkeit, Anerkennung und emotionale Anteilnahme. Und diese kosten euch wirklich nicht viel Zeit und Energie. Es geht im Wesentlichen darum, worauf ihr euren Fokus legen wollt: Auf den Stress oder die Liebe?”, erklärt Meyers. 

Wenn ihr euch auf die Liebe, die Anerkennung und auf alles, wofür ihr dankbar seid, konzentriert, dann fühlen sich die Feiertage gleich viel besser an. 

“Liebevolle Verbindungen und Partnerschaften gedeihen in einem Klima von Akzeptanz, Anerkennung und Dankbarkeit. Stellt sicher, dass ihr euch jeden Tag umarmt und euch ‘Ich liebe dich’ und ‘Danke’ sagt – für all die kleinen und großen Dinge, die ihr jeden Tag füreinander macht”, rät Meyers.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei der HuffPost US und wurde von Nadine Cibu aus dem Englischen übersetzt und angepasst. 

(ujo)