POLITIK
17/05/2018 06:34 CEST | Aktualisiert 17/05/2018 10:49 CEST

Siemens-Chef Kaeser attackiert Alice Weidel mit Nazi-Anspielung

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Hannibal Hanschke / Reuters
Alice Weidel schaut zerknirscht.

Ihre Rede schlug hohe Wellen: AfD-Fraktionschefin Alice Weidel hat am Mittwoch im Bundestag für Empörung gesorgt, als sie unter anderem von “Kopftuchmädchen und anderen Taugenichtsen” sprach.

Auch Siemens-Chef Joe Kaeser äußerte sich zu der Skandal-Rede: “Lieber ‘Kopftuchmädel’ als ‘Bund Deutscher Mädel’”, schrieb Kaeser am Mittwoch auf Twitter. “Frau Weidel schadet mit ihrem Nationalismus dem Ansehen unseres Landes in der Welt. Da, wo die Haupt-Quelle des deutschen Wohlstands liegt.”

Keaser verwendete dabei einen NS-Vergleich: Der “Bund Deutscher Mädel” (BDM) war im Nationalsozialismus eine Organisation für Mädchen.

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Darum ist die Aussage bemerkenswert:

► Dass sich Wirtschaftsvertreter so deutlich zu Redebeiträgen von Politikern positionieren, ist in Deutschland äußerst selten.

► Im Falle Kaesers ist es das zweite Mal. Er veröffentlichte im vergangenen Jahr einen offenen Brief an den damaligen SPD-Vorsitzenden Martin Schulz.

► Der hatte den Stellenabbau und Werksschließungen in der Siemens-Energiesparte kritisiert.

Was ihr noch über den Vorfall wissen müsst:

Mit ihrer Rede handelte sich Weidel auch eine Rüge von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) ein.

Mit Blick auf die Einwanderungs- und Asylpolitik der Bundesregierung hatte die 39-Jährige im Wortlaut gesagt: “Burkas, Kopftuchmädchen und alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse werden unseren Wohlstand, das Wirtschaftswachstum und vor allem den Sozialstaat nicht sichern.”