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21/06/2018 18:37 CEST | Aktualisiert 22/06/2018 08:39 CEST

Wegen Erdogan-Eklat: Ex-Nationalspieler will aus Protest seine DFB-Trikots verkaufen

"Es gibt keine zwei Meinungen: Özil und Gündogan hätten rausgeworfen werden müssen!"

  • Das Foto von Mesut Özil, Ilkay Gündogan und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sorgt auch heute noch für Aufregung.
  • Nun hat ein ehemaliger Nationalspieler bekanntgegeben, er wolle nichts mehr mit dem DFB zu tun haben.
  • Oben im Video: Kahn giftet gegen Özil-Kritiker – ZDF-Experte sieht “gefährliche Tendenzen”

Der Eklat um das umstrittene Foto der deutschen Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Erdogan ebbt nicht ab.

Nun hat Ex-Nationalspieler Uli Borowka verkündet, er wolle aus Protest nichts mehr haben, was mit dem DFB zu tun hat. Im Interview mit “RP”-Online rechnet der ehemalige Gladbach-Profi mit dem Deutschen Fußball-Bund ab:

“Ich denke, die Erdogan-Affäre um Mesut Özil und Ilkay Gündogan hat das Team gespalten. Der DFB hat diese Situation einfach unterschätzt. Man kann die deutsche Bevölkerung relativ lange für dumm verkaufen, aber irgendwann ist Schluss.”

Borowka hätte Rauswurf für richtig gehalten

Der DFB hat laut Borowka mit seinem Krisenmanagement “komplett versagt”. Für den Ex-Nationalspieler hätte der DFB im Fall Özils und Gündogans klare Kante zeigen sollen:

“Es gibt keine zwei Meinungen: Özil und Gündogan hätten rausgeworfen werden müssen!”

Auch über die laufende Weltmeisterschaft in Russland äußerte sich Borowka im Interview kritisch.

Das Spiel gegen Mexiko, das die Nationalelf mit 1:0 verlor, sei “mit Abstand das schlechteste Spiel in der Ära Löw” gewesen. Borowka sagte, er habe das Gefühl, dass ein Riss durch die Mannschaft gehe – ausgelöst durch die Diskussionen um das Erdogan-Foto.

“Erbärmliches Krisenmanagement”

Borowka zieht aus der Erdogan-Affäre überraschend drastische Konsequenzen:

“Ich werde alle meine Sachen, die ich vom DFB aufbewahrt habe, ob Trikots, Medaillen oder Urkunden, für unseren gemeinnützigen Verein verkaufen.”

Eine Chance, dass der DFB in Zukunft wieder eine Rolle im Leben des ehemaligen Gladbach-Profis spielt, sieht Borowka auf keinen Fall:

“Für mich ist die Sache durch. Ich habe eine klare Meinung. Ich habe einen klaren Weg. Ich bin keiner, der hin und her schwänzelt. Keiner, der heute Hü und morgen Hott sagt. Der DFB zeigt ein erbärmliches Krisenmanagement. Es ist keine klare Linie zu erkennen. Ich habe klare Werte und deshalb kann ich mich mit der Nationalmannschaft nicht mehr identifizieren.”

Uli Borowka ist nicht der einzige Ex-Nationalspieler, der sich kritisch über Özil äußerte. Auch Lothar Matthäus fand klare Worte – und demütigte Özil mit einer veröffentlichten Mannschaftsaufstellung vor dem Deutschlandspiel gegen Mexiko. Mehr dazu seht ihr unten im Video: 

(sk)