POLITIK
18/12/2017 11:13 CET | Aktualisiert 21/12/2017 07:02 CET

WDR-Chefredakteurin beschimpft neuen österreichischen Kanzler

Der Shitstorm ließ nicht lange auf sich warten.

  • Österreich bekommt den jüngsten Regierungschef Europas
  • Eine WDR-Journalistin nimmt das zum Anlass für einen hämischen Tweet

In Wien tritt die neue Regierung an diesem Montag ihren Dienst an. 

Mit der Vereidigung des Bündnisses aus Konservativen und Rechtspopulisten wird der Chef der konservativen ÖVP Sebastian Kurz zum jüngsten Regierungschef Europas.

Vizekanzler wird der 48 Jahre alte Rechtspopulist Heinz-Christian Strache von der FPÖ.

Sebastian Kurz: Ein Pimpf als Staatschef?

Sicher ist jetzt schon: Österreich wird unter der neuen Regierung deutlich nach rechts rücken. Die FPÖ besetzt in der neuen Regierung unter anderem das Innen- und das Außenministerium. 

Kurz’ Regierungskabinett steht - samt Aufpasserin für rechten Hardliner

In Deutschland löst diese Entwicklung Sorge aus - und Häme. 

Eine Äußerung die derzeit in den sozialen Netzwerken für Diskussionsstoff sorgt, kommt von der WDR-Chefredakteurin Sonia Mickich. Mickich moderierte 10 Jahre lang das Politmagazin Monitor. 

Sie twitterte zu einem Bild, das Kurz neben einem mutmaßlichen Foto von Strache in Tarnanzug zeigt: “Warum sieht der da vorne wie ein Pimpf aus?”

Pimpf wird vor allem in Österreich teils scherzhaft, teils abwertend als Bezeichnung für einen Jungen verwendet. 

Auch die Nationalsozialisten nutzten das Wort. Ab 1933 bezeichnete Pimpf einen Dienstgrad für 10- bis 14-jährige Mitglieder der Jugendorganisation der Hitler Jugend. 

Witz über die Frisur des neuen österreichischen Kanzlers

Kein Wunder, dass Mikichs Aussage für heftige Reaktionen sorgte. 

Unter anderem twitterte der “Zeit”-Journalist Jochen Bittner: “Liebe Kinder, falls ihr euch für Journalismus interessiert: Das ist keiner.” 

Mikich versuchte ihre Aussage weniger später einzufangen. Sie habe lediglich auf die Frisur des neuen Kanzlers angespielt.

“Liebe alle! So viel Leidenschaft wegen Frisurkritik. Von Politik oder Erfolg oder Alter war garnicht die Rede. Keep cool, es ist der dritte Advent” 

Als die Kritik aber nicht abriss entschuldigte sich Mikich schließlich. 

“Oh je, ich merke: Ironie funktioniert garnicht. Darum tut es mir leid, wenn jemand jetzt beleidigt ist. Kein Nazivergleich gemeint. Gleichzeitig verzeihe ich auch alle Beleidigungen gegen eigene Person, Journalismus, Merkel, Tagesthemen, die ich gelesen habe.” 

(lp)