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12/06/2018 14:48 CEST | Aktualisiert 12/06/2018 14:48 CEST

Was tun, wenn ich ein Tier im Urlaub retten möchte?

Bettina Marie Schneider
Rescue Greece

Was kann ich als Urlauber tun, wenn ich einem verletzten, kranken oder hilflosen Tier helfen möchte ?

Weil mein Verein Frieden für Pfoten e.V.  immer wieder von Touristen kontaktiert wird, die im Urlaub mit Tierleid konfrontiert werden und nicht wissen was sie tun können, möchte ich gerne diesen Leitfaden an die Hand geben.

Sie finden ein hilfloses Kitten, eine verletzte Katze oder einen angefahrenen Hund an der Strasse. Wenn Sie dem Tier helfen möchten, gibt es nur nachfolgende Optionen. Sie müssen selbst mit aktiv werden!

1. Suchen Sie eine Organisation im Internet oder auf Facebook, die dort tätig ist und rufen an, mailen oder schicken eine WhatsApp. Bitte geben Sie IMMER Ihren genauen Aufenthaltsort an. Es reicht nicht zu sagen, „Ich bin auf Insel XY oder in der Stadt XY.“

2. Geben Sie so viele Infos wie möglich über den Zustand des Tieres und am besten schicken Sie ein Foto mit. Es reicht nicht zu sagen, „die Katze oder der Hund sieht schlecht aus“. Die jeweilige Organisation muss sich ein genaues Bild machen können, ob es sich wirklich um einen Notfall handelt und falls ja, welcher Art.

3. Sollte jemand vor Ort in der Nähe sein oder mit Partnern in der Nähe arbeiten, die unterstützen könnten, werden sie in den meisten Fällen versuchen zu helfen. Dies ist aber nicht immer einfach, denn manchmal ist das Tier viele Kilometer entfernt von dem Standort wo Helfer sind und es ist ihnen nicht machbar, jedem Hilferuf zu folgen. Bitte bedenken Sie, dass die Tierschutzpartner vor Ort nicht nur selbst viele Notfälle zu versorgen haben, sondern auch noch einer geregelten Arbeit nachgehen und somit nicht immer verfügbar sind. Manchmal scheitert es bereits an den Mitteln für genügend Benzin!

4. Das bedeutet, Sie selbst müssen mithelfen, wenn es Ihnen wirklich Ernst ist. Das beinhaltet auch, dass es manchmal unbequem und zeitaufwendig ist und auch Kosten mit sich bringt, die die Organisationen und Helfer vor Ort nicht immer selbst leisten können.

5. Sie erhalten vielleicht Unterstützung, indem Ihnen Kontaktdaten von ansässigen Tierärzten übermittelt werden, die sich in Ihrer Nähe befinden. Sie erfahren, wo Sie sich, falls nötig, eine Box besorgen können, um das Tier zu transportieren. Kleine Kitten oder Welpen, kann man aber auch im Karton transportieren. Erwachsene Katzen sollte man (falls möglich) ein paar Tage anfüttern um Vertrauen aufzubauen. Eine Katze die sich füttern lässt, lässt sich allerdings nicht automatisch auch in eine Box stecken. Dies braucht Zeit und Geduld, es sei denn das Tier ist bereits unfähig zu laufen oder ähnliches.

6. Unter Umständen müssen Sie sich auch ein Auto mieten oder ein Taxi organisieren.

7. Wenn Sie das Tier zum Tierarzt bringen, halten Sie Kontakt mit der Organisation und beraten gemeinsam das weitere Vorgehen.

8. Möchten Sie das gefundene Tier adoptieren, dann benötigen Sie Hilfe. Bedenken Sie, dass eine längere Unterbringung beim Tierarzt nötig sein kann, auch um das Tier ausreisefertig zu machen. Private Pflegestellen die das übernehmen, gibt es nur äußerst selten. Sie müssen also bereit sein, für Impfungen, andere Behandlungen und Unterbringung die Kosten zu übernehmen. Für eine spätere Ausreise kann dann mit der Organisation vor Ort oder mit den privaten Helfern ein Flug gebucht, bzw ein Flugpate gesucht werden.

9. Wenn Sie Missstände sehen in Ihrer Hotelanlage: Katzen oder Hunde, die schlecht behandelt werden oder schlimmeres, melden Sie dies UMGEHEND dem Management. Es gibt meist auch vor Ort ein Tierschutzgesetz und Sie sind zahlender Kunde. Kein Hotel möchte schlechte Publicity. Wenn Sie nur die Tierschutz Organisation vor Ort benachrichtigen, bringt das leider wenig. Teilen Sie dem Management mit, dass Sie diese Vorfälle öffentlich machen werden.

Wenn Sie diese Punkte beachten, bzw. erfüllen können und möchten, findet sich in den meisten Fällen eine Option, Leben zu retten und zu helfen. Es lohnt sich! Vielen Dank, dass Sie nicht einfach wegsehen sondern Herz zeigen. 

An dieser Stelle Dankeschön an meine Kollegen von Flying Cats e.V. , die diesen Leitfaden ursprünglich für ihre Tierschutz Arbeit auf Rhodos erstellt haben und den ich noch etwas abgewandelt habe, damit er überall angewendet werden kann.