POLITIK
13/12/2018 19:51 CET

"Was sich Merkel nie traute": Linken-Politiker Gysi hofft auf Kramp-Karrenbauer

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AFP Contributor via Getty Images

► Der Linken-Politiker Gregor Gysi hofft nach der Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) zur Nachfolgerin von Angela Merkel an der Spitze der CDU auf frische Impulse für die neuen Bundesländer.

“Vielleicht kann Kramp-Karrenbauer auch in Bezug auf Ostdeutschland etwas schaffen, was sich Merkel nie getraut hat”, schreibt Gysi in einem Gastbeitrag auf der Nachrichtenseite “T-Online”

► AKK könne sich vielleicht leichter als ihre Vorgängerin Angela Merkel “für eine wirkliche Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen Ost und West einsetzen”, erklärt Gysi.

Wie Gysi seine Hoffnungen in Kramp-Karrenbauer begründet:

Nach der Wahl von AKK zur neuen Vorsitzende könne sich die CDU “nicht mehr hinter Merkel verstecken”. Die Kanzlerin wuchs in der DDR auf, aus der Sicht Gysis war sie damit “eine Art ostdeutsches Feigenblatt”.    

Allerdings dürfte es für die neue CDU-Chefin alles andere als leicht werden, glaubt Gysi: In der CDU-Spitze gibt es keinen einzigen Politiker aus Ostdeutschland, dazu hätten die Christdemokraten im Osten eher auf Friedrich Merz gesetzt.

“Kramp-Karrenbauer wird in der Union daran gemessen werden, ob und wie sie aus der Mitte heraus konservative Signale setzt”, erklärt Gysi. Er findet: Kramp-Karrenbauer müsse den Konflikt mit Merkel suchen, “um die weithin gespaltene Partei hinter sich zu versammeln”. 

Wie im Osten die CDU laut Gysi gegen die AfD agieren sollte:

Kramp-Karrenbauers Partei müsse vor allem investieren und die Kaufkraft ankurbeln statt weiter zu sparen, erklärt Gysi. “Nur mit einer nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik lässt sich die soziale Spaltung verringern, die Ostdeutschland besonders hart trifft”, ist sich der Linken-Politiker sicher. 

Daneben müsse die Union endlich die Linke als demokratische Partei akzeptieren. Das würde allen Parteien mehr Möglichkeiten verschaffen und der AfD deutlich machen, “dass sie außerhalb der Verfassung steht”, betonte Gysi.