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18/02/2018 18:58 CET | Aktualisiert 18/02/2018 18:58 CET

Was ist Native Advertisement?

Ceyhun Yakup Özkardes

Übersetzt bedeutet Native Advertisement so viel wie natürliche Werbung und beschreibt die neuen digitalen Anzeigen, die in den nächsten Jahren noch zunehmen werden.

Was ist Native Advertising eigentlich?

Bisher funktionierte das Geschäftsmodell online so, dass Unternehmen Anzeigen schalten können auf bestimmten Internetseiten. Je nach Größe der Anzeige, dem Traffic und der Bekanntheit, zahlt ein Anzeigenkunde eine bestimmte Summe für die Werbung. Daraufhin werden bunte, schrille Anzeigen erstellt, die sich deutlich von der Benutzeroberfläche unterscheiden. Bei Native Advertisement sieht man keine klassischen, rechteckigen Anzeigen mehr, sondern die Werbung ist als Content dargestellt und kommt deshalb auch weniger auffällig und laut daher, als es bisher der Fall war. Daher stammt auch der Name Native, was so viel bedeutet wie natürlich und angepasst. Es kommt damit eine Annäherung der Werbung an journalistische Inhalte.

Wie unterscheide ich dann Natives von „richtigen“ journalistischen Inhalte?

Natives müssen auch als solche gekennzeichnet werden. Also entweder steht über dem Artikel deutlich „Anzeige“ oder „gesponsert“. Vorreiter für diese Art von Anzeigen ist die USA. Das Forbes-Magazin setzt auf Native nicht nur online, sondern auch im Print Heft des Magazins. Auf der Forbes Online Seite gibt es die sogenannten Forbes Brand Voice. Ein großer Anzeigenkunde auf der Forbes Online Seite ist der Tech-Gigant SAP, die unter ihrer eigenen Rubrik „SAP Voice“ Artikel veröffentlichen. Diese sind auch als solche gekennzeichnet und die Leser sehen, dass es sich dabei um einen gesponsertem Artikel handelt. Natürlich promotet SAP nicht direkt eigene Produkte, sondern liefert inhaltlich interessanten und wertvollen Content, wie Big Data oder das Internet der Dinge.

Ist das nicht die Verschmelzung von PR und Journalismus?

Das ist ein viel zitierter Kritikpunkt, der insbesondere von journalistischer Perspektive genannt wird. Allerdings wird jede Native Advertising auch als solche betitelt und die Leser sind sich durchaus bewusst, dass es sich dabei um gesponserte Artikel handelt. Die Studie von Gruner+Jahr zeigt, dass die deutliche Kennzeichnung der Inhalte als gesponsert elementar ist, damit User sich nicht getäuscht fühlen.

Am Anfang von jeder neuen Entwicklung gibt es immer Kritik. Das war bei klassischen Online Anzeigen nicht anders, aber jetzt sind sie auch ein Stück Normalität. Ähnlich wird es auch bei Native Advertising sein.