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19/03/2018 17:25 CET | Aktualisiert 06/10/2018 12:30 CEST

Stephen Hawking: Das Ende des Universums sagte er kurz vor seinem Tod voraus

Eine große Theorie eines großen Geistes.

  • Zwei Wochen vor seinem Tod hat der Physiker Stephen Hawking sein letztes großes Werk über unser Universum fertiggestellt
  • Es soll nicht nur beweisen, dass es Multiversen gibt – sondern auch, dass unser Universum eines Tages enden wird
  • Mehr über die Multiversen-Theorie erfahrt ihr im Video oben

“Die unser Universum begrenzende Bedingung ist, dass es keine Begrenzung hat”, sagte Stephen Hawking noch zu Beginn dieses Monats bei einer Veranstaltung des Magazins “National Geographic”

Damit sprach er ein grundlegendes Problem des Physik an: Einerseits geht die Wissenschaft davon aus, dass das Universum und die Zeit unendlich sind. Andererseits wird als sein Entstehungspunkt der Big Bang, der Urknall, angenommen. 

Dieser allerdings ist ein einzelner Moment: Das Universum war nicht, und dann war es; die Zeit war nicht, und dann war sie. Ein bisher weder durch Einsteins Relativitätstheorie noch durch die Quantenmechanik lösbares Paradoxon. 

► Genau dieses unlösbare Problem will Stephen Hawking in seinem letzten wissenschaftlichen Werk “A Smooth Exit From Eternal Inflation” nun gelöst haben.

Die Arbeit wurde zwei Wochen vor Hawkings Tod fertiggestellt – und prophezeit das Ende unseres Universums. 

Hawkings Multiversen und das “endliche” Universum 

Zugegeben: Hawkings Theorie ist vor allem das – theoretisch. In ihrem Zentrum steht ein kompliziertes Denkmodell, das Hawking “Imaginäre Zeit” nennt. Er selbst beschrieb die so: 

“Man kann sich unsere normale, reale Zeit als horizontale Linie vorstellen. Links haben wir die Vergangenheit, rechts haben wir die Zukunft. Aber es gibt noch eine Zeit, eine auf der vertikalen Achse. Diese Zeit ist die imaginäre Zeit, weil sie keine Zeit ist, die wir selbst erfahren. Aber in einem gewissen Sinn ist sie genauso real wie das, was wir reale Zeit nennen.” 

Hawking selbst sagte einmal in einem Interview, dass sein Konzept der Imaginären Zeit jenes sei, das kaum ein anderer Mensch verstehe. Doch in seinem letzten Paper brachte es ihn zu der Erkenntnis: Es gibt nicht nur ein Universum – sondern viele. 

► In anderen Worten: Hawking schickt sich in seiner Arbeit an, die Multiversum-Theorie zu beweisen.

Er behauptet, dass die Berechnungen, die er mit dem belgischen Professor Thomas Hertog angestellt hat, ermöglichen, Ereignisse vor dem Big Bang zu messen – Ereignisse, die in einem anderem der vielen Multiversen stattfinden. 

Die Frage nach der zeitlichen und räumlichen “Einzigartigkeit” unseres Universums wäre somit gelöst. Doch Hawkings Theorie hat Konsequenzen. 

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Alles hat ein Ende – auch die Unendlichkeit? 

Denn Hawking beschreibt in seiner wissenschaftlichen Arbeit eine komplett andere Entstehungstheorie des Universums – oder besser: der Universen. Statt nur einem Big Bang gab es demnach unendlich viele, statt nur einem Universum, unendliche Universen. 

► Unser Universum wäre also nichts Besonderes. Und mehr noch: Laut Hawking ist es endlich.

In seiner Arbeit beschreibt er, wie den vielen Sonnen im Weltall irgendwann die Energie ausgehen müsse, wie sie sterben würden – und unser Universum in Dunkelheit und Leere versinken würde. 

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“Auf Basis dieser Berechnungen vermuten wir, dass das Ende der unendlichen Ausweitung des Universums nicht ein unendliches, fragmentiertes Multiversum ist, sondern ein endliches”, schreiben Hawking und Hertog. 

In anderen Worten: Unser Universum ist nicht unendlich, auch nicht, wenn wir von einem Multiversum ausgehen. Es hat ein Ende. Eine Begrenzung. 

(ujo)