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23/01/2018 17:11 CET | Aktualisiert 24/01/2018 09:09 CET

Was die Kürzel auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bedeuten

Auf der Krankschreibung dokumentieren die Ärzte ihre Diagnose.

Nomad via Getty Images
Ärzte schreiben ihre Diagnose auch auf die AU
  • Die IDC-10-Systematik besteht aus Buchstaben und Ziffern 
  • Man muss kein Arzt sein, um die Diagnose dahinter entziffern zu können

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (die AU) vom Arzt bekommt der Patient in dreifacher Ausführung. Einmal für den Arbeitgeber, jeweils für die eigenen Akten und für die Krankenkasse.

Die Ausdrucke wirken identisch: Name des Patienten, Dauer der Krankschreibung – nur fehlt auf dem Formular für den Arbeitgeber die Begründung. Die Diagnose geht den Chef schließlich nichts an.

Aber selbst auf der Ausführung für den Patient ist die Diagnose nicht zu entziffern.

► Denn unter “AU begründende Diagnose(n) (IDC-10)“ stehen nur ein Buchstabe und Ziffern.

Die Bezeichnung “ICD-10” verweist dabei auf “International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, Release 10“. Mit diesem Schlüssel codieren Ärzte, Psychologen und Zahnärzte die Diagnosen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will mit diesem Code-System Krankheiten einheitlich definieren – und zwar weltweit.

Mehr zum Thema: Wenn ihr krankgeschrieben seid, dürft ihr das auf keinen Fall tun

Was bedeuten die IDC-10-Codes?

Aber man muss nicht Medizin studieren, um die Codes zu entziffern. Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information bietet den Schlüssel öffentlich zugänglich an.

In Deutschland wird die Version GM genutzt:

► Hier findet ihr den ICD-10-GM (Version 2018)

Der Aufbau der Codes ist dabei immer identisch.

Die Buchstaben stehen dabei für die Krankheitsgruppen.

Ein paar Beispiele:

  • “A” steht für Infektionskrankheiten wie Tuberkulose oder Geschlechtskrankheiten.

  • Ernährungskrankheiten wie Diabetes, Überernährung oder Krankheiten der Schilddrüse stehen unter “E”.

  • Diagnosen für psychische Krankheiten und Verhaltensstörungen erhalten ein “F”.

  • Augen- und Ohrenerkrankungen werden unter “H” eingeordnet.

  • Grippe und Erkältung fallen unter “J”.

  • “O” betrifft nur Frauen: Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett gehören in diese Kategorie.

Die Ziffern hinter den Buchstaben definieren die Diagnose näher.

  • Wer an der Grippe erkrankt – durch saisonale Influenza-Viren –, kann den Code “J10.0” auf seiner Bescheinigung finden. Ein grippaler Infekt hingegen erhält die “J06.9″.

  • Die “E66.0″ vergibt der Arzt, wenn sein Patient über 18 Jahre alt und übergewichtig ist. Der Zusatz ”.0″ definiert den Ausmaß der Adipositas näher: In diesem Fall würde der Body-Mass-Index zwischen 30 und unter 35 liegen.

Die Nummer im Code kann übrigens bis zu fünf Stellen lang sein. Dadurch können Mediziner sehr genau definierte Diagnosen ganz einfach übermitteln.

Der aktuelle Krankheitsstatus wird über den “International Classification of Functioning, Disability and Health“ (ICF) abgebildet. Eine Erweiterung des ICD-10.

(ujo)