POLITIK
09/06/2018 18:41 CEST | Aktualisiert 10/06/2018 09:32 CEST

G7-Gipfel: Warum Trudeau US-Präsident Trump das Foto eines Bordells schenkte

Ein wirklich großartiger Moment.

  • Kanadas Premierminister Trudeau hat US-Präsident Trump beim G7-Gipfel das Foto eines Hotels übergeben.
  • Pikant daran: Das Gebäude war auch ein Bordell.
  • Im Video oben seht ihr, wie ein anderes Foto eines deutschen Fotografen zum Symbolbild des G7-Gipfels wurde.

“Ein großartiger Moment”, jubelte Donald Trumps Sprecherin Sarah Sanders auf Twitter. 

Das kann man wirklich so sagen. Es war ein genialer Moment, den Kanadas Premier Justin Trudeau da geschaffen hat. 

► Wann sonst kann man schon mal zuschauen, wie ein durchaus honoriger Spitzenpolitiker dem mächtigsten Mann der Welt das Foto eines Puffs in die Hand drückt. Und der es dann mit großer Geste in die Kameras hält. 

Der besondere Service des Artic-Hotels von Trumps Großvater

Trump weilte zum G7-Gipfel in Kanada und Trudeau überreichte seinem Gast ein ebenso persönliches wie ausgefallenes Geschenk: ein gerahmtes Foto von Anfang des 20. Jahrhunderts aus Bennett in British Columbia, Westkanada.

Darauf zu sehen ist ein Hotel namens Arctic, das Trumps Großvater Friedrich zur Zeit des Goldrauschs eröffnet hatte. Friedrich Trump war im Alter von 16 Jahren von Deutschland nach Amerika ausgewandert und hatte mit einem Partner das Hotel eröffnet, das mit den Grundstein für das heutige Imperium des Immobiligenmoguls legte.

Nun berichtet allerdings die Nachrichtenseite “Bloomberg”, dass das Hotel nicht nur Restaurant und Bar bot, sondern auch private Separees für Damen und Partys. Die Redaktion beruft sich dabei auf eine Anzeige in der Zeitung “Bennett Sun” vom 9. Dezember 1899.

In einem Brief, veröffentlicht 1900 in der “Yukon Sun”, warnte demnach ein Kenner des Ortes, im Arctic würden Herren hervorragend untergebracht, anständige Frauen sollten da aber nicht absteigen, denn sie bekämen Dinge zu hören, die sie abstoßend finden könnten.

Ja, ein großartiger Moment

Nun kann man Präsident Trump für vieles verantwortlich machen, aber nicht für die Geschäfte seines Großvaters. Und man weiß auch nicht, ob Trudeau über die breiten Servicepalette des Arctic informiert war.

Aber das ist letztlich auch nicht wichtig. 

Tatsache ist, dass der US-Präsident, der für seinen Sexismus weltbekannt ist, vor den Augen der Weltöffenlichkeit dieses Stück Familiengeschichte in die Hand gedrückt bekam.

Das ist wirklich großartig.

(ll)