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22/02/2018 17:01 CET | Aktualisiert 22/02/2018 17:01 CET

Warum Firmen vor dem 25. Mai zittern

Angeblich haben viele Firmen vor dem 25. Mai 2018 Angst: An diesem Tag tritt nämlich die neue Datenschutz-Grund­ver­ordnung endgültig in Kraft. Sie ist für alle private Unternehmen und öffentliche Stellen in der EU verpflichtend. Damit erhalten die Konsumenten in Europa die Kontrolle über alle Daten, die Unternehmen über sie speichern und verarbeiten. Und bekanntlich kommt da mittlerweile einiges zusammen: Name, Adresse, Telefonnummer, Standort, alle Aktivitäten im Web bis hin zu jedem einzelnen Einkauf, den man bisher in Online-Shops gemacht hat. Und Kontrolle heißt tatsächlich: Konsumenten haben nicht nur das Recht zu erfahren, was über sie gespeichert ist, sie können auch verlangen, dass solche Daten wieder gelöscht werden.

Nun kommen natürlich diejenigen Firmen ins Schwitzen, die sich darauf nicht vorbereitet haben; die also ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. Denn wer zum Beispiel die verlangten Auskünfte nicht geben kann, dem drohen künftig saftige Strafen. Die eine oder andere Firma ahnt noch gar nicht, was da auf sie zukommt. Einer Studie zufolge können mehr als 50 Prozent der betroffenen Firmen die Anforderungen nicht einmal bis Jahresende 2018 vollständig erfüllen. Von wegen 25. Mai! Einige Unternehmen wissen ja längst nicht mehr, was sie wo gespeichert haben. Das kann echt heiter werden.

Aber auch die meisten Konsumenten sind mit der neuen Datenschutz-Grund­ver­ordnung nicht vertraut. Das zeigt unsere Umfrage, die wir unter mehr als 7.000 Konsumenten in sieben EU-Ländern durchgeführt hat: In Deutschland wussten stolze 86% nicht Bescheid darüber.

Ein Glück für die Firmen. Noch. Denn wenn sich die Konsumenten erst mal schlau gemacht haben, werden sie ihre neuen Rechte auch nutzen. 63% gaben in der Umfrage an, dass sie dann über die gespeicherten persönlichen Daten informiert werden wollen, und 39% wollen auch vom Recht auf vollständige Löschung gespeicherter persönlicher Daten Gebrauch machen. Da müssen sich einige Firmen also warm anziehen, denn wie gesagt: Wer das nicht erfüllen kann, der muss zahlen.

Dabei ist es eigentlich nicht so recht zu verstehen, warum sich einige Firmen beim Umgang mit persönlichen Daten ihrer Kunden so schwer tun. Denn eines macht die Studie ebenfalls klar: Die Kunden schätzen Firmen, die mit diesen Daten offen umgehen.

89% der Befragten erklärten nämlich, sie würden keine Geschäfte mehr mit Firmen machen wollen, die persönliche Daten in einer Weise nutzen, mit der sie als Kunden nicht einverstanden sind. Umgekehrt erklären 78%, dass sie eher mit einem Unternehmen Geschäfte machen würden, das mit ihren Daten offen und transparent umgeht. Welche Motivation zum sorgsamen Umgang mit privaten Kundendaten brauchen die Firmen eigentlich noch?

Es zahlt sich tatsächlich für Firmen aus, wenn sie persönliche Daten offen und transparent verarbeiten und speichern. Sogar doppelt: Erstens bleiben die Kunden bei der Stange, und zweitens werden keine Strafzahlungen fällig. Aber nun heißt es, sich zu sputen, denn der 25. Mai ist fast schon morgen.

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