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19/02/2018 18:49 CET | Aktualisiert 19/02/2018 18:49 CET

Warum es gut ist die Kontrolle loszulassen

Wir alle kennen das. Wir möchten unsere Ziele erreichen, eine Situation kontrollieren, doch ganz gleich wie sehr wir uns anstrengen, es bringt einfach nichts. Am besten würde man sich die Haare vom Kopf reißen, die Zähne raus schlagen lassen, in die Tischkante beißen oder die Fingernägel abkauen bis es blutet. Okay, hört sich nicht besonders appetitlich an. Ist aber so. Empfehle ich dennoch nicht. Bitte tut mir den Gefallen und macht es nicht nach. Ich habe es versucht und es ging immer nach hinten los. Die Frisur war dann grässlich und die Maniküre konnte ich mir auch sparen, von meinem zauberhaften Lächeln brauche ich erst gar nicht anfangen. Dann ist der Tag erst recht gelaufen und ich konnte diesen heulend auf der Couch verbringen.

Von Ohnmacht zur Akzeptanz

Im Laufe des Lebens lernt jeder von uns Situationen kennen, in denen es einfach unmöglich ist die Dinge zu kontrollieren, weil die Kontrolle einfach nicht in unserer Hand liegt. Wir sind ohnmächtig. Und je mehr wir dagegen ankämpfen, umso kraftraubender wird es. Akzeptanz ist das Stichwort und der Glaube in die Fügung. Ich bin fest davon überzeugt, dass sicher hinter jedem Geschehnis eine Wirkung verbirgt. Wir erkennen sie nur erst später, wenn sich die Puzzleteile zusammengefügen. Oft fragen wir uns auch „Warum ist das so und nicht so? Das ist doch echt ätzend.“ Doch können wir dies zu dem Zeitpunkt, in dem wir uns befinden nicht verstehen. Uns fehlt die Übersicht über das Jetzt und die Auswirkung der Gegenwart auf die Zukunft.

Um Geduld kommst du nicht drumherum

Nun ja, mag sein, dass es auf den ersten Blick ätzend ist. Unsere Gesellschaft hat es auch verlernt geduldig zu sein, weil alles sofort verfügbar ist. Oder musstest du jahrelang für ein Handy sparen? Wenn du willst kaufst du dir eins, sei es auch durch einen Finanzierungskauf. Das Gerät hast du aber nach wenigen Tagen in der Hand und bist ab sofort der Besitzer. Und wenn wir dann uns diesen Wunsch erfüllt haben, genießen wir es gar nicht erst, sondern sehnen uns nach weiteren Dingen, die wir uns dann auch meist schnell erfüllen. Das sind einige Dinge, die wir kontrollieren können. Wir können unsere Ausgaben planen, unser Bankkonto im Auge behalten und uns das Handy beschaffen. Wir können aber nicht steuern, ob all unsere Wünsche und Bedürfnisse erfüllen, die fern materieller Natur sind.

Doch wie funktioniert dieses Loslassen der Kontrolle?

Es klingt gar nicht mal so einfach. Wobei loslassen nicht gleichzeitig aufgeben bedeutet. Aufgeben und loslassen wird leider viel zu oft verwechselt. Man ärgert sich sozusagen nicht mehr so sehr, wenn es mal nicht so gelingt wie man es gern hätte, weil man eingesehen hat, dass man nicht über all die Geschehnisse in dem eigenen Leben die Kontrolle hat und es auch in Ordnung ist, wenn mal das Leben nicht nach unserem gewünschten Plan läuft. Wir müssen auch nicht auf Anhieb alles verstehen. Oft kommt die Erkenntnis später und dann sagt man sich „Bin ich froh, dass Plan XY nicht funktioniert hat.“ Erkennst du dich wieder? Es muss auch nicht heißen, dass der Plan nicht aufgeht. Der Weg ist eventuell ein anderer. Ein Besserer. Aber auch wenn der Plan nicht aufgeht und dieser Wunsch über Bord geworfen werden muss, so muss es nicht gleich etwas Schlechtes sein. Ganz im Gegenteil.

Die goldene Mitte ist gold wert

Auch an dieser Stelle, nämlich dem Loslassen und Vertrauen ist es wichtig den Mittelweg zu wahren. Nichts für die Herzenssache zu tun und zu erwarten, dass die Dinge schon ihren Lauf nehmen, wäre an dieser Stelle total verkehrt. Als Teil dieses Plans ist es unsere Aufgabe unser Bestes zu geben, das was eben möglich ist, dabei kraftvoll zu handeln und ab dem Zeitpunkt geht der Plan ins Vertrauen über. Vertrauen in den Fluss des Lebens, in den Schöpfer, dass es so kommt, wie es für uns am besten ist. Und sollte der Plan sich nicht verwirklichen, obwohl wir alles erdenklich Mögliche versucht haben, muss da auch so gesehen ein Plan hinter stecken, nur nicht unser oder?

Auch wenn der Plan für die Katz ist, muss es nicht negativ sein

Ich denke mal jeder von uns hat so eine Situation erlebt: Du willst unbedingt etwas, sei es zum Beispiel der Job in der XY-Branche. Du bewirbst dich, wirst zum Vorstellungsgespräch eingeladen und zack hast du den Job, merkst aber nach einer Weile, dass es dich todunglücklich macht, weil die Arbeitszeiten nerven, du musst zig Überstunden machen, die Kollegen sind na ja geht so und na ja die Tätigkeit an sich ist auch nicht das, wie du es dir vorgestellt hast und und… Und warst du dann glücklich? Ich denke nicht. Wenn also etwas für uns nicht bestimmt ist, sollten wir es akzeptieren und einsehen, dass wir besser ohne dran sind und unser Augenmerk auf die Dinge richten, die sich vor unseren Augen malerisch gestalten und aufblühen, dabei dennoch das Beste und Schönste erwarten. Wir sollten sie nur annehmen und die Priorität richtig setzen, nämlich in das Vertrauen auf den Schöpfer und dass das Beste geschehen wird. Die Kernformel ist das Beste zu erwarten und den Fokus auf das Vertrauen nicht zu verlieren. Dieser Fokus ist Priorität Nummer eins und nicht das Ziel in diesem Fall der Job, an sich. Und wenn der Plan nicht funktioniert hat, dann weiß man für sich, dass man sein Bestes gegeben und es versucht hat, es aber nun mal nicht zu dem eigenen Lebensweg gehört.

Viele von euch kennen dieses Vorgehen. Da bin ich mir sicher. Dennoch ist es nicht verkehrt es sich immer wieder in Erinnerung zu rufen, denn es passiert schon mal, dass man den Fokus aus den Augen verliert und sich wieder besinnen muss.

Und möglicherweise ist uns etwas zuwider, während es gut für uns ist und es mag auch sein, dass uns etwas lieb ist, während es uns schadet.

Für mehr inspirierende Beitrage: www.tatjana-rogalski.de