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14/08/2018 17:09 CEST

Nach der Katastrophe in Genua: In diesem Zustand sind Deutschlands Brücken

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ANDREA LEONI via Getty Images
Die eingestürzte Brücke in der italienischen Hafenstadt Genua.

► Nach dem Einsturz einer Autobahnbrücke im italienischen Genua mit mehreren Toten stellt sich die Frage nach dem Zustand von Brücken in Deutschland – immerhin fast 40.000 an Bundesfernstraßen

► Nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) ist der Zustand der Brückenflächen bei über 12 Prozent “sehr gut” oder “gut”, bei etwa 75 Prozent “befriedigend” oder “ausreichend”. Bei fast 11 Prozent ist der Zustand “nicht ausreichend”, bei knapp 2 Prozent gar “ungenügend”.

Was die Angaben bedeuten:

Die Zustandsnote bildet nach BAST-Angaben die Grundlage für die weitere Erhaltungsplanung. Eine Zustandsnote “nicht ausreichend” bedeute aber nicht zwangsläufig eine Nutzungseinschränkung des Bauwerkes, sondern sei vielmehr ein Indikator dafür, dass in näherer Zukunft eine Instandsetzungsmaßnahme zu planen sei.

Ein “ungenügender” Zustand weist zwar auf eine beeinträchtigte oder nicht mehr gegebene Stand- oder Verkehrssicherheit hin, kann aber auch lediglich auf Schäden an den Gitterstäben des Geländers zurückzuführen sein.

Wenn bei der Bauwerksprüfung eine Sicherheitsbeeinträchtigung festgestellt wird, so werden der BAST zufolge sofort entsprechende Maßnahmen getroffen, um die erforderliche Sicherheit weiterhin zu gewährleisten.

Die vergangenen Fälle von Brückeneinstürzen in Deutschland: 

So wie jetzt im italienischen Genua hat es weltweit und auch schon in Deutschland etliche Brückeneinstürze mit Todesopfern gegeben. Die jüngsten Vorfälle:

August 2016: In August stürzt bei Abrissarbeiten ein Teil eine Straßenbrücke über einem Fluß ein. Dabei werden drei Arbeiter verletzt.

Juni 2016: Ein frisch betoniertes Teil der im Bau befindlichen Schraudenbachbrücke bei Werneck in Bayern stürzt ein. Ein Arbeiter kommt ums Leben.

Dezember 2012: Beim Abbruch einer Fußgängerbrücke in Urbar, die über eine Bundesstraße und Gleise führt, bricht diese unkontrolliert zusammen und begräbt vier Arbeiter unter sich. Insgesamt werden sechs Menschen verletzt.