POLITIK
26/06/2018 19:33 CEST | Aktualisiert 29/06/2018 17:57 CEST

Warum dieses Motorrad zeigt, wie Trumps Handelspolitik fehlschlägt

Der Verliererkurs des US-Präsidenten im globalen Handelsstreit auf den Punkt gebracht.

Fabian Bimmer / Reuters

Ein Stück des amerikanischen Traums verlässt die USA. 

Der Motorradbauer Harley-Davidson hat angekündigt, Teile seiner Produktion in die Europäische Union zu verlegen. 

Schuld daran: US-Präsident Donald Trump

Der hat in den USA ein neues Zeitalter des Protektionismus ausgerufen und für dieses einen Handelskrieg nicht nur mit China, sondern auch mit der EU begonnen.

Trump glaubt, er könne diesen Handelskrieg gewinnen.

Doch ausgerechnet der Hersteller eines der ikonischsten Freiheitssymbole der Vereinigten Staaten zeigt nun, wie fehlgeleitet die “America First”-Handelspolitik des US-Präsidenten ist. 

Trump fataler Wirtschaftskurs auf den Punkt gebracht.  

Warum Harley Davidson Teile seiner Produktion aus den USA abzieht: 

► Die EU hat als Reaktion auf von der Trump-Regierung verfügte Strafzölle auf Aluminium- und Stahlexporte aus Europa Vergeltungszölle gegen die USA beschlossen.   

► Es sind Zölle, die auch Harley-Davidson treffen werden. Das Unternehmen hatte deshalb erklärt, Teile seiner Produktion aus den USA nach Europa verlegen zu wollen. 

► Harley-Davidson hatte argumentiert, die Anhebung der EU-Zölle von bisher 6 auf 31 Prozent auf Motorräder mache eine Maschine der Firma in Europa im Schnitt um 2200 Dollar teurer.

Wie Donald Trump auf die Ankündigung von Harley-Davidson reagiert:

► Natürlich: wütend. Harley-Davidson würde die Strafzölle nur als Ausrede nutzen, schrieb der US-Präsident auf Twitter. Schon zu Beginn des Jahres habe die Firma eine Produktionsstätte nach Thailand verlegt.

► Er habe mit Vertretern des Unternehmens noch im Weißen Haus gesprochen, schrieb Trump weiter. Dabei hätte er sich über die hohen Zölle in Asien aufgeregt. 

► Letztlich drohte Trump Harley-Davidson: “Sie müssen verstehen, dass sie nicht mehr in die USA zurück verkaufen können, ohne heftige Zölle bezahlen zu müssen!”

► Trump schimpfte weiter:

“Eine Harley-Davidson sollte niemals außerhalb der USA gebaut werden. Die Mitarbeiter und Kunden sind schon sehr sauer. Wenn sei gehen, schaut nur, es wird der Anfang vom Ende sein. Sie haben aufgegeben. Die Aura wird verschwunden sein und sie werden besteuert werden wie noch nie zuvor!”

Warum Trump selbst schuld hat: 

► Die EU hatte bis zuletzt versucht, einen Handelsstreit mit den USA zu vermeiden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel waren sogar nach Washington gereist, um Trump zu besänftigen.

► Erfolg hatten sie nicht: Trump erhob 25 Prozent Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte aus der Europäischen Union. Die EU reagierte darauf mit Strafzöllen auf US-Produkte wie Whiskey, Jeans, Reis, Mais und eben Motorräder.

► Seit Wochen droht der US-Präsident zudem mit einer weiteren Eskalation des Handelsstreits mit Europa: Er will Strafzölle auf Autoimporte aus der EU in die USA verfügen. Auch dies eine Maßnahme, die wohl Vergeltungszölle nach sich ziehen würde. 

Was Experten über Trumps Handelskriege denken: 

► Die auf Wirtschaftsnachrichten spezialisierte Agentur Bloomberg weist darauf hin, dass Trump bei seiner Kritik an Harley-Davidson falsch informiert sei. Das Unternehmen habe nur in Thailand eine Firma geöffnet, weil Trump zuvor die Trans-Pacific-Partnership (TPP) verlassen habe. 

► Torsten Slok, internationaler Chef-Ökonomist der Deutschen Bank, schrieb laut dem Magazin “Politico” in einem Bericht über Trumps Handelspolitik:

“Es ist bezeichnend, dass der Rückenwind durch die Steuerreformen jetzt durch mit dem Handelskrieg verbundene Kräfte zunichte gemacht wird.” 

► Das Magazin zitierte zudem aus einem Bericht des Merrill-Lynch-Ökonomen Ethan Harris, in dem es heißt:

“Unsere Berechnungen lassen vermuten, dass ein großer Handelskrieg das US-Wachstum stark mindern würde. Wenn der Optimismus am Markt sinkt und Lieferketten betroffen werden, dann könnte dieser Handelsschock zu einer echten Rezession führen.” 

 Die “Washington Post” gibt auch den von Trump begonnenen Handelskrieg gegen China zu bedenken – ein Land, das finanziell weit stabiler aufgestellt ist als die hochverschuldete USA. Die Zeitung ist sicher: “Wir werden diesen Handelskrieg verlieren.” 

Trumps Niederlage im Handelsstreit auf den Punkt gebracht: 

Trump hat einen Handelskrieg mit Europa begonnen. Die EU reagierte auf die vom US-Präsidenten erhobenen Strafzölle ihrerseits mit Vergeltungszöllen. Die Treffen eines der ikonischisten Unternehmen der USA: den Motorradhersteller Harley-Davidson. 

Der produziert nun bald teilweise in Europa, statt in den Vereinigten Staaten. Ein Vorgeschmack auf die Auswirkungen von Trumps “America First”-Politik.