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06/12/2018 12:53 CET | Aktualisiert 06/12/2018 12:53 CET

Warum die neue Begeisterung für den Feminismus so wichtig ist

Chris Madden via Getty Images

Bis vor ein paar Jahren habe ich mir wenig Gedanken darüber gemacht, was Feminismus für mich persönlich bedeutet. Obwohl ich aus einer Familie mit starken und unabhängigen Frauen komme. Dabei ist das Thema Feminismus aktueller denn je und wir sind längst nicht in einer Zeit angekommen, in der Feminismus überflüssig geworden ist.

“Wir sind noch nicht am Ziel”

Auch heute verdienen Frauen und Männer vielfach nicht dasselbe Gehalt, obwohl sie die gleiche Qualifikation vorweisen können. Und immer noch versuchen wir Frauen, irgendwelchen surrealen Schönheitsidealen zu entsprechen und schweigen oftmals lieber, als offen für unsere Überzeugungen einzustehen. Denn häufig werden wir dann als schwierig oder zickig verschrien. Dabei ist das völliger Blödsinn.

Doch seit Bewegungen wie timesup, #metoo oder auch chimeforchange hat sich das gesellschaftliche Denken über Feminismus geändert. Immer mehr Frauen setzen sich mit feministischen Themen auseinander und setzen sich außerdem stärker für ein Miteinander ein. Das finde ich übrigens am Besten an den neuen Frauenbewegungen. Es entstehen einige neue Communities, die sich gezielt dafür einsetzen, dass Frauen einander unterstützen und sich nicht im ständigen Konkurrenzdenken verlieren. Denn leider müssen sich Frauen heute immer noch für ihren gewählten Lebensentwurf rechtfertigen. Frauen müssen sich dafür rechtfertigen, wenn sie Karriere machen wollen, Mütter für ihre Rolle als Mutter, Frauen ohne Kinder dafür, dass sie keine Kinder haben..dieses Gedankenspiel könnte man jetzt ewig weiter spinnen.

Kein Streben mehr nach falscher Perfektion

Deshalb ist es nun umso schöner, dass sich jetzt auch über die sozialen Medien immer mehr Frauen zusammenschließen und offen über die Dinge, die ihnen am Herzen liegen sprechen. Sie sprechen sich offen gegen Sexismus aus, fordern die Gleichstellung von Frau und Mann, was auch die gerechte Lohnverteilung einschließt. Außerdem sprechen sie offen wie nie über vermeintliche Makel und den gesellschaftlichen Druck, der auf uns Frauen lastet. Es wird nun ganz offen darüber gesprochen, wie zermürbend das ständige Streben nach Perfektion ist. Ebenso sprechen sich viele dagegen aus, einem falschen Perfektionismus folgen, versuchen so auszusehen, wie irgendwelche Models auf Zeitschriftencovern oder Instagram-Photoshop-Queeens.

Alle Facetten sind okay

Vielfach sind es Frauen, die sich vorher eher weniger mit dem Thema Feminismus auseinandergesetzt haben, beziehungsweise mit dem Wort “Feminismus” eher negative Assoziationen verbinden. Mir ging es ganz ähnlich. In meiner Vorstellung war eine Feministin nicht feminin. Was natürlich auch völliger Quatsch ist. Heute glaube ich, dass Feminismus dabei helfen kann, eine Selbstakzeptanz zu entwickeln...seine Stimme zu finden...den Mut zu finden Ungerechtigkeiten anzusprechen. Die Schauspielerin Evanna Lynch schreibt im ihrem Essay “Catwoman”, dass sie hofft, dass Feminismus dazu beiträgt “uns allen den Mut zu verleihen, wir selbst zu sein, mit allem was dazugehört, und zu begreifen, dass alle diese Facetten okay sind.”