WIRTSCHAFT
30/04/2018 12:33 CEST | Aktualisiert 30/04/2018 13:18 CEST

Warum die Gewerkschaften gegen das bedingungslose Grundeinkommen sind

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LINO MIRGELER via Getty Images

► Viele Experten befürchten, dass die Digitalisierung Arbeitsplätze kosten wird. Die Gewerkschaften lehnen ein bedingungsloses Grundeinkommen als Ausweg dafür allerdings ab. 

“Menschen mit einer Stillhalteprämie aufs Abstellgleis zu stellen, weil ihnen keine Perspektive in der Erwerbsarbeit angeboten werden kann, ist keine Lösung”, sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann vor dem “Tag der Arbeit” am Dienstag dem “Redaktionsnetzwerk Deutschland” (“RND”). 

► IG-Metall-Chef Jörg Hofmann erklärte seine ebenfalls ablehnende Haltung in der “Heilbronner Stimme” am Montag damit, dass “Menschen nicht glücklich sind, wenn sie daheim sitzen und alimentiert werden”

Darum sind die Aussagen der Gewerkschafter bemerkenswert:

Die Idee beim bedingungslosen Grundeinkommen lautet: Jedem Bürger soll eine staatliche Leistung zustehen – unabhängig von seiner wirtschaftlichen Lage und ohne Gegenleistung.

Politiker und Experten bringen das Grundeinkommen ins Spiel, weil so der Lebensstandard von Arbeitern gesichert werden soll. Ein prominenter Vertreter dieser Argumentation ist etwa der Philosoph Richard David Precht.

Dass die Gewerkschaftschefs der Idee skeptisch gegenüber stehen, mag auf den ersten Blick überraschen. Die Existenzgrundlage der Gewerkschaften aber sind Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern – und nicht die Entwicklung von alternativen Sozialmodellen.

Was ihr noch über die Grundeinkommens-Debatte wissen müsst:

Zuletzt hat auch die deutsche Politik über Grundeinkommens-Modelle als Alternative zu Hartz IV diskutiert. Allerdings geht es dabei um sein sogenanntes solidarisches Grundeinkommen.

Hinter der Idee, wie sie Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) vertritt, steckt der Plan, dass der Staat Arbeitslosen einen gemeinnützigen Job auf Mindestlohnniveau von etwa 1200 Euro monatlich anbietet.

(jg)