POLITIK
24/06/2018 13:27 CEST

Wahlkampf in Bayern: Söder verzichtet womöglich auf Hilfe von Merkel

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Leonhard Foeger / Reuters
Markus Söder distanziert sich und die CSU vollkommen von Bundeskanzlerin Angela Merkel. 

► Aufregung im bayerischen Wahlkampf: Laut einem Bericht der “Welt” plant Ministerpräsident Markus Söder angeblich, diesen ohne Hilfe der Bundeskanzlerin Angela Merkel zu bestreiten. 

► Die Zeitung zitiert Söder mit den Worten: “Zu meiner Abschlusskundgebung kommt keine Bundeskanzlerin, sondern ein Bundeskanzler.” Damit sei der österreichische Kanzler Sebastian Kurz gemeint. 

► Die Deutsche Presse-Agentur berichtet jedoch, dass es noch nicht entschieden sei, ob die CSU im Wahlkampf auf die Unterstützung durch Merkel setze oder nicht. 

Darum wäre Söders Absage an Merkel ein Affront: 

Die Beziehungen zwischen Merkels CDU und Söders CSU sind durch den Asylstreit so belastet wie seit Jahrzehnten nicht.

Während die CSU Asylbewerber an der deutschen Grenze abweisen will, wenn diese bereits in einem anderen EU-Land registriert sind, ist Kanzlerin Merkel dagegen. Es droht ein Bruch der Union

Sollte Söder tatsächlich Merkel mitteilen, dass er sie nicht im Wahlkampf willkommen heißen wolle, wäre das ein deutliches Anzeichen dafür, dass der Ministerpräsident Bayerns einen solchen Bruch provozieren will.  

Mehr zum Thema: Darum provoziert Markus Söder den Sturz der Kanzlerin

Was ihr noch über Söders Wahlkampftaktik wissen müsst: 

Söder hat die CSU durch sein Handeln und eine drastische Rhetorik mit Begriffsverwendungen wie “Asylgehalt” und “Belehrungsdemokratie” weit nach rechts gerückt. 

Er plant, der in Bayern aufstrebenden AfD Konkurrenz zu machen, in dem er in der Flüchtlingspolitik eine mindestens so harte Linie fährt, wie die Rechtspopulisten. 

Doch auch Merkel spielt für Söders Wahlkampf eine wichtige Rolle: Indem er sich von ihr abgrenzt, versucht er, die konservativen und rechten Kritiker der Kanzlerin für sich zu gewinnen. 

(ujo)