POLITIK
09/03/2019 20:07 CET

Wagenknecht kündigt Rückzug aus "Aufstehen"-Spitze an und gesteht Fehleinschätzung ein

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Anadolu Agency via Getty Images
Weggehen von "Aufstehen": Wagenknecht will sich aus der Bewegung zurückziehen. 

Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht will sich einem Medienbericht zufolge aus der Spitze der von ihr initiierten linken Sammlungsbewegung “Aufstehen” zurückziehen.

Ihre Begründung in der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”: “Wir brauchen eine Neuaufstellung an der Spitze von ‘Aufstehen’.” Parteipolitiker wie sie selbst sollten sich zurücknehmen. 

Die Politikerin gesteht auch Fehlereinschätzungen ein: SPD und die Linke haben laut ihr “Aufstehen” als Chance ausgeschlagen. Für viele Forderungen der “Aufstehen”-Bewegung gebe es, anders als Wagenknecht gehofft hatte, keine Mehrheiten im Bundestag. 

Warum der Bericht zu “Aufstehen” wichtig ist: 

Wagenknecht hatte die Bewegung zusammen mit ihrem Ehemann Oskar Lafontaine gegründet, um linke Wähler zu erreichen, die sich von den klassischen Parteien abgewendet haben.

“Aufstehen” war Anfang September gestartet und zählt heute nach eigenen Angaben rund 170.000 Unterstützer. Vier Wochen nach ihrer Gründung hatte die Bewegung bereits etwa 100.000 Unterstützer gemeldet.

In ihrer eigenen Partei stießen die beiden allerdings auf viel Ablehnung. Die Spitzen von SPD und Grünen reagierten ebenfalls skeptisch. 

Offenbar sieht Wagenknecht mit einer anderen Führung bessere Chancen für “Aufstehen”, die Ziele der Bewegung zu erreichen. Oder ist nach der ausbleibenden positiven Resonanz der anderen Parteien ernüchtert. 

Was ihr noch wissen müsst: 

Wagenknecht sagt der Zeitung außerdem, sie werde die Bewegung weiter unterstützen, etwa durch öffentliche Auftritte. “Aber ich muss auch sehen, welches Arbeitspensum ich schaffe. Dass ich jetzt zwei Monate krankheitsbedingt ausgefallen bin, hatte auch mit dem extremen Stress der letzten Jahre zu tun. Da muss ich eine neue Balance finden.”