POLITIK
24/02/2018 19:43 CET | Aktualisiert 27/02/2018 13:49 CET

Streit um Essener Tafel: Wagenknecht zeigt erneut, dass sie bei der AfD besser aufgehoben ist

HuffPost These.

Im Video oben seht ihr, was der Chef der Essener Tafel zu der Situation vor Ort zu sagen hat

Sie hat es schon wieder getan.

Ohne Not hat Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht mit fremdenfeindlichen Stimmungen in diesem Land gespielt - und bewiesen, dass die AfD vielleicht der bessere Ort für ihre Politik ist.

Wagenknecht nimmt sich den Fall der Essener Tafel vor

Diesmal buhlte Wagenknecht im Fall der Essener Tafel um nationalistische Wähler.

Der Hintergrund: Die Einrichtung hatte vergangene Woche angekündigt, keine  Migranten mehr als Neukunden aufzunehmen. Der Chef der Tafel sprach von einem “Nehmer-Gen” der Flüchtlinge. Deshalb werfen ihm Kritiker nun Rassismus vor.

► Wagenknecht hat für die Entscheidung der Tafel Verständnis. An sich ist das nicht verwerflich. Doch die Begründung von Wagenknecht verwundert. 

Sie finde die Aufregung ”über alle Maßen scheinheilig”, sagte sie dem “Deutschlandfunk”.

Schuld an solchen Verteilungskonflikten sei in erster Linie die Bundesregierung.

► Auf die Frage, ob die Entscheidung rassistisch sei, antwortete Wagenknecht:

“Ich weiß von sehr engagierten Menschen, die bei den Tafeln arbeiten und die alles andere als Rassisten sind, sondern die das tun, weil sie Menschen helfen wollen, dass sie seit Langem schon – nicht erst seit ein oder zwei Monaten – darüber klagen, dass sie begrenzte Möglichkeiten haben, weil einfach die Lebensmittelzufuhr nicht so vermehrt wurde wie die Nachfrage.” 

Und weiter:

“Ich möchte, dass Menschen, die in Deutschland leben, die auch schon lange hier leben, die oft Beiträge gezahlt haben, die hier gearbeitet haben, dass die nicht in eine solche Konkurrenzsituation gebracht werden.”

► Das ist schon erstaunlich für eine Politikerin, die bei jeder Gelegenheit vorgibt, für die “kleinen Leute” da zu sein. Zudem lässt Wagenknecht - absichtlich? - offen, welche Lösung ihr vorschwebt. Weniger Flüchtlinge, oder mehr Essen an den Tafeln?

Wagenknecht spielt mit der Sorge einiger Bevölkerungsschichten, dass ihnen “Fremde” etwas wegnehmen. Mit ihrer Reaktion auf die Debatte um die Essener Tafel knüpft Wagenknecht an frühere flüchtlingskritische Äußerungen an

Damit unterscheidet sich ihre Argumentation nicht sonderlich von jener der AfD.

Der AfD gefällt das

Vor allem aus den Reihen der AfD gab es auch Zustimmung für die Maßnahme der Essener Tafel.

Auf Twitter schrieb die Partei:

“Den schleichenden Verdrängungsprozess alleinerziehender Mütter und älterer Tafel-Nutzerinnen durch die Vielzahl junger, fremdsprachiger Männer an den Ausgabestellen will man so nicht hinnehmen”.

► Der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Sichert teilte mit, Asylbewerber hätten “bei der Tafel nichts zu suchen.”

► AfD-Vorstandsmitglied Guido Reil äußerte auf Twitter “Respekt für diesen mutigen Schritt”. 

Kritik gibt es von anderen Tafeln

 ► Andere Tafeln hingegen finden den Essener Weg äußerst befremdlich.

“Den können wir so nicht nachvollziehen”, sagte der Vorsitzende des Dachverbands der Tafeln, Jochen Brühl. 

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“Für Tafeln zählt die Bedürftigkeit, nicht die Herkunft”. Ähnliche Fälle in Deutschland seien nicht bekannt.

► Maßnahmen, mit denen einzelne Tafeln auf großen Andrang reagierten, würden in der Regel für alle Kunden gelten.

Andere Tafel-Landesverbände kritisierten den Entschluss ebenfalls.

Wagenknecht-Aussagen sind kein Ausrutscher

Es ist nicht das erste Mal, dass die Fraktionschefin der Linken den Eindruck erweckt, die linke Hand von Afd-Chef Alexander Gauland zu sein.

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Seit zwei Jahren zündelt sie regelmäßig gegen Flüchtlinge.

► Nach den Silvester-Übergriffen von Köln sagte sie: „Wer Gastrecht missbraucht, der hat das Gastrecht dann eben auch verwirkt.”

► AfD-Chef Alexander Gauland lobte die Äußerung: „Es ist erfreulich, zu sehen, zu wie viel Realpolitik die Linken manchmal fähig sein können.”

► Im März 2017 spielte Wagenkecht in einem „Welt“-Interview Flüchtlinge gegen die sozial Schwächeren aus. „Merkel hat mit ihrer unkoordinierten, konzeptionslosen Politik zu sehr viel Verunsicherung und Ängsten beigetragen. Ihre Politik läuft darauf hinaus, die Kosten der Flüchtlingsintegration der Mittelschicht und den Ärmeren aufzubürden”, sagte sie.

► Und in der „Zeit“ sagte sie vor wenigen Monaten, dass die Linke bei den Landtagswahlen im Frühjahr 2017 auch deshalb verloren habe, weil sie als „Proflüchtlingspartei“ wahrgenommen worden sei.

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. 

Vielleicht sollte Wagenknecht einmal ernsthaft darüber nachdenken, zur AfD zu wechseln.

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Mit Material der dpa.