POLITIK
04/09/2018 11:45 CEST

Wagenknecht: Demokratie in Deutschland funktioniert nicht mehr

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dpa
Sahra Wagenknecht sieht die Demokratie in der Krise. 

► Sahra Wagenknecht, führender Kopf der linken Bewegung “Aufstehen”, sieht die Demokratie in Deutschland in einer “handfesten” Krise. Das sagte sie bei einer Pressekonferenz anlässlich des offiziellen Starts dieser Bewegung am Dienstag.

► In einem Land, in dem 40 Prozent der Bevölkerung weniger reales Einkommen hätten als noch vor 20 Jahren, funktioniere die Demokratie nicht mehr, sagte Wagenknecht. Viele Menschen fühlten sich im Stich gelassen, das sei nicht nur ein Gefühl.

► Die Ohnmacht, die die Menschen empfänden, sei der Nährboden für Intoleranz. “Wenn wir nicht schnell gegensteuern, wird Deutschland in fünf oder zehn Jahren nicht wiederzuerkennen sein.”

Warum die Gründung von “Aufstehen” wichtig ist:

Nach Angaben Wageknechts hat die Bewegung in dem einen Monat ihrer Vorab-Online-Präsenz bereits 100.000 Mitglieder bekommen. 

Kritiker fürchten nun, dass die Bewegung das linke politische Spektrum in Deutschland nicht stärkt, sondern die bestehenden linken Parteien in Deutschland weiter schwächt. 

Der Bewegung gehören neben Wagenknecht, Fraktionschefin der Linken im Bundestag, auch andere, weniger prominente Politiker der Grünen und der SPD an. Darunter die Flensburger Bürgermeisterin Simone Lange, die sich um den SPD-Vorsitz beworben hatte.

Was ihr noch über die Pressekonferenz wissen müsst:

Unter anderem die Grünen-Chefin Annalena Baerbock hatte den Köpfen der Bewegung vorgeworfen, nicht in Chemnitz bei den Protesten gegen Rechts gewesen zu sein. Wagenknecht hatte dazu am Montagabend gesagt, sie habe andere Termine gehabt.

Lange zeigte sich persönlich getroffen von dem Vorwurf. Sie sei in Flensburg auf einer Kundgebung für Seenotrettung gewesen. Ihr “Aufstehen”-Kollege Bernd Stegemann, Professor und Dramaturg, verwies darauf, dass er noch einen anderen Job habe. Der Vorwurf sei “hochgradig absurd”.

(ame)