WIRTSCHAFT
11/08/2018 18:35 CEST | Aktualisiert 11/08/2018 20:53 CEST

Wagenknecht stellt sich gegen Einwanderungsgesetz – das ist der Grund

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Thomas Peter / Reuters
Sahra Wagenknecht

► Sahra Wagenknecht, Fraktionschefin der Linken im Bundestag und Kopf der Sammelbewegung Aufstehen, ist gegen das geplante Einwanderungsgesetz für Fachkräfte.

► Ihre Begründung: “Deutschland muss seine Fachkräfte selbst ausbilden”, sagte sie der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (“FAS”). Hauptgrund des Arbeitskräftemangels sei ein unterfinanziertes Bildungssystem.

► Sie halte es für “zynisch”, junge Leute mit einem Numerus Clausus vom Studium abzuhalten und “dann die qualifizierten Fachkräfte aus armen Ländern zu holen”. Internationalismus bedeute nicht “Abwerbung der Mittelschicht aus armen Ländern, um hier Lohndumping zu betreiben”, sagte Wagenknecht.

Was hinter der Äußerung Wagenknechts steckt:

Wagenknecht kritisiert seit einiger Zeit, in Deutschland würden Flüchtlinge gegen einheimische Arme ausgespielt. Anders als die Linkspartei verfolgt Wagenknecht einen strikteren Kurs in der Migrationspolitik, den sie nun offenbar mit Hilfe ihrer Sammelbewegung Aufstehen durchsetzen will. 

Die Große Koalition will ein Einwanderungsgesetz beschließen, zu dem auch eine Anwerbung von Fachkräften gehören soll. Wie es im Detail aussehen soll, ist noch unklar. Vermutlich soll nur einreisen dürfen, wer einen Arbeitsvertrag vorweisen kann.

Auch jetzt gibt es für Menschen aus Nicht-EU-Staaten die Möglichkeit, hier zu arbeiten, etwa über die Blue-Card für Hochqualifizierte. Für Handwerker oder gering Qualifizierte ist es jedoch sehr schwierig, zum Arbeiten nach Deutschland zu kommen.

Was Wagenknecht der Zeitung noch sagte:

Wagenknecht kritiserte in der “FAS”, schon die Freizügigkeit innerhalb der EU habe sich seit der Osterweiterung “in ein Instrument der Lohndrückerei verwandelt“. Globale Migration verschärfe das Problem noch.

“In einer grenzenlosen Welt regieren die Multis.”