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21/06/2018 10:56 CEST | Aktualisiert 21/06/2018 11:06 CEST

Horror-Vorwürfe gegen Kölner Kita – Kinder sollen eingesperrt worden sein

Die Kinder sollen schwer traumatisiert worden sein.

djedzura via Getty Images
Die Kinder seien mehrfach im Dunkeln eingesperrt worden. (Symbolbild)
  • In der Kölner Kita St. Theresia im Stadtteil Buchheim sollen Kinder in einer dunklen Turnhalle eingesperrt worden sein. 
  • Nach einer Anzeige der Eltern ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft.

Die Kindertagesstätte St. Theresia im Kölner Stadtteil Buchheim blieb gestern geschlossen. Grund war kein Streik oder der Ausbruch einer Kinderkrankheit, sondern schwere Vorwürfe, die einige Eltern gegen die Erzieher erhoben haben. 

Wie die Zeitung “Kölnische Rundschau” berichtete, hätte ein Kind seiner Mutter berichtet, dass es gemeinsam mit den anderen Kindern in eine Turnhalle eingesperrt worden sei. Dann sei das Licht ausgemacht worden. Anschließend sollen die Erzieher gesagt haben: Eure Eltern haben euch nicht mehr lieb.

Die besorgte Mutter habe andere Eltern kontaktiert, daraufhin seien nach und nach weitere Anschuldigungen ans Licht gekommen. Ein Kind habe sich außerdem an der Hand verletzt, als es versuchte, sich aus der dunklen Turnhalle zu befreien. 

Laut “Kölnischer Rundschau” berichteten einige Eltern darüber, dass ihre Kinder nach dem Vorfall angefangen hätten, zu stottern und ins Bett zu machen. 

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Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen

Die Eltern erstatteten schließlich Strafanzeige. Bereits am Montag habe die Polizei die Erzieher vor Ort befragt. 

► Das Erzbistum Köln wies die Träger der Kita an, die sieben betroffenen Erzieher vom Dienst freizustellen – so blieb die Kita am gestrigen Mittwoch geschlossen. 

Der Interventionsbeauftragte des Erzbistums, Oliver Vogt, kündigte an, dass die Vorwürfe auch intern untersucht würden. 

Ab Donnerstag ist die Kita mit einer Notfallbesetzung wieder geöffnet. “Wir haben gestern sehr schnell mit dem Landesjugendamt und dem örtlichen Jugendamt hier in Köln eine Lösung entwickelt”, erklärte Vogt in einem Interview mit dem lokalen Nachrichtensender “Domradio”.

Den Rest der Woche würde Personal aus anderen Einrichtungen für Notgruppen eingesetzt. “Ab kommender Woche wird der Betrieb wieder mehr oder weniger regulär laufen – mit neuem Personal.”

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Das Erzbistum bietet psychologische Ansprechpartner

Vogt kündigte in dem Interview zudem an, dass in der betroffenen Kita nun ab sofort psychologisch und juristische geschulte Ansprechpartner vor Ort seien, die die Eltern bei Sorgen und Ängsten ansprechen könnten. 

Das Erzbistum warte jetzt ab, was die Ermittlungen der Polizei ergäben: “Bis das Gegenteil nicht bewiesen ist, gelten die Erzieherinnen nach deutschem Recht als unschuldig. Wir haben auch eine Fürsorgepflicht für die uns anvertrauten und bei uns tätigen Menschen”, sagte Vogt.

(ks)