POLITIK
08/06/2018 09:40 CEST | Aktualisiert 08/06/2018 11:22 CEST

Vor G7-Gipfel: Außenminister Maas kritisiert Trump – und fordert EU-Reaktion

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Xander Heinl via Getty Images
Bundesaußenminister Heiko Maas fordert kurz vor dem G7-Gipfel eine geschlossene europäische Reaktion auf die US-Außenpolitik.

Bundesaußenminister Heiko Maas hat kurz vor dem G7-Gipfel in Kanada den Kurs von US-Präsident Donald Trump mit scharfen Worten kritisiert. Der SPD-Politiker sagte gegenüber der “Süddeutschen Zeitung”, dass es Differenzen gebe, die “nicht mehr unter den Tisch gekehrt” werden könnten.

Trumps Nein zum Pariser Klimavertrag, seine Kündigung des Iran-Abkommens und die Einrichtung von Strafzöllen seien allesamt “einseitige Entscheidungen zum Schaden Europas”.

Trump wende sich von der gültigen multilateralen Ordnung ab und handele nur noch einseitig nach amerikanischen Interessen: “Nichts davon wird die Welt besser, sicherer oder friedlicher machen”, sagte Maas der “Süddeutschen Zeitung”.

Warum Maas’ Kritik an Trumps Politik wichtig ist: 

► Ende Mai hatte der US-Präsident Strafzölle gegen die Europäische Union verhängt: Unternehmen müssen nun Zölle von 25 Prozent auf Einfuhren von Stahlprodukten und zehn Prozent auf Aluminium zahlen. 

► Zudem lässt Washington Maßnahmen gegen europäische Autoimporte prüfen.

► Die EU will ihrerseits ab Juli Zölle auf US-Produkte wie Whiskey, Erdnussbutter, Motorräder, Jeans oder Tabakprodukte erheben.

► Zudem sorgen auch die US-seitige Aufkündigung des Pariser Klimaabkommens sowie des Atom-Deals mit dem Iran für internationale Verstimmung.

Was der Minister ansonsten sagte:

Maas forderte von der EU, sich als Konsequenz aus Trumps Außenpolitik “noch enger zu verbinden.” 

Man müsse darüber hinaus ein “Bündnis derer, die die multilaterale Weltordnung erhalten wollen”, schaffen, sagte er der “Süddeutschen Zeitung”.

(lp)