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05/05/2018 12:37 CEST | Aktualisiert 05/05/2018 12:37 CEST

Vom Sinn und Unsinn von Teambesprechungen: Es knallt und knallt und knallt

Luis Alvarez via Getty Images

Nach manch einer Teamsitzung fühlt man sich so richtig fertig und erschlagen. Und damit meine ich nicht die Beiträge meiner Kollegen, die in Form eines Kummerkastens in die Runde geworfen werden und die thematisch das ganze Spektrum von Blasenentzündung bis hin zu Zahnproblemen des kindlichen Anhangs bedienen. Nein. Für diese Form der seelischen Selbstentblößung habe ich vollstes Verständnis - wenn schon zu Hause niemand einem zu hört, dann muss man sich eben woanders Gehör schaffen.

Was ich meine, sind die fachlichen Themen, die auch in dieser Runde beiläufig besprochen werden. Und wenn eins und eins zusammenkommt, dann knallt der Flaschenkorken unter den ganzen heraussprudelnden Ideen und hinterlässt dabei stürmische Schäden im Gehirn. Das ist echtes „brainstorming“. Wie etwa die Überlegung, wie man Seminare für Studenten attraktiver machen könnte.

Ganz nebenbei: Auf die Idee seine Lehrinhalte attraktiv zu verpacken ist niemand gekommen. Wahrscheinlich weil es zu „oldschool“-mäßig ist oder das entsprechende Werkzeug fehlt: entweder die Verpackung oder das zu Verpackende.

Das gedankenaufhellende Equipment darf aber auch nicht fehlen. Dazu gehören Kiwi-, Mango- und Ananasstückchen. Warum letztere nicht so beliebt sind, bleibt mir ein Rätsel - vielleicht weil die Ananas mit ihrer harten Schale die Diva unter dem fröhlichen Dreigespann ist? Immerhin ist sie wie die anderen beiden reich an Vitaminen. Vermutlich ist das ihre Rettung - auch dass sie politisch korrekt ist. Schließlich bedingen sich Gedanken und Sprache gegenseitig. Zu zuckerhaltige Speisen versüßen das Gehirn und das wiederum produziert verführerische Gedanken.

Nach genügend nahrungstechnischer Gedankenstimulation beginnt endlich das Ideenfeuerwerk. Zunächst bewegt man sich im kleinkalibrigen Bereich, steigert sich aber mit zunehmenden Obstintus. Es knallt und knallt und knallt. Bis der Gedankenzenit erreicht ist: Die Idee einen Begrüßungsflyer für die Studenten zu konzipieren, der als Comic mit Sprechblasen von den Studenten der letzten Seminare konzipiert werden könnte.

Doch diese findet jäh ihr Ende. Nämlich als die Frage der Fragen auftaucht, wer sich denn darum kümmere. Da wie gewöhnlich niemand Zeit hat, siecht das Ideenfeuerwerk dahin.

Die Lehr‘ aus der Geschicht‘? Auch politisch korrekte Nahrungsmittel können knallen. Am Ende kommt aber oft nicht mehr als heiße Luft heraus.