POLITIK
26/06/2018 07:21 CEST | Aktualisiert 26/06/2018 14:25 CEST

"Völlig wahnsinnig": Gabriel kritisiert die Union im Asylstreit heftig

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Sebastian Widmann via Getty Images
Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel geht die Unionsparteien wegen des Asylstreits mit harten Worten an.

► Der ehemalige SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat sich in scharfem Ton zum unionsinternen Asylstreit und dessen etwaigen Folgen geäußert. “Man fragt sich, sind die alle völlig wahnsinnig”, sagte der 58-Jährige am Montagabend in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur.

► Vor dem Hintergrund des aktuellen Asylstreits stellte er sich auf die Seite von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): “Ausgerechnet ich als Sozi sage: ‘Ich kann nur hoffen, dass sie Kanzlerin bleibt.’” 

Was ihr noch zu Gabriels Aussagen wissen müsst:

Am Dienstagabend kommen die Spitzen von CDU, CSU und SPD in Berlin zu einer Sitzung des Koalitionsausschusses zusammen, um ihre Positionen im Asylstreit erneut darzulegen.

Die Hauptakteure werden Kanzlerin Merkel und ihr CSU-Innenminister Horst Seehofer sein. Gabriel dazu: “Das Verrückte ist, beide haben recht.” Man brauche zum einen mehr Kontrolle über die deutschen Grenzen, dies ginge jedoch nicht ohne europäische Absprachen. 

Was der ehemalige SPD-Chef zur CSU sagte:

Der Ex-Außenminister warf der CSU Wahlkampfgetöse vor. “Bavaria first” laute der Slogan der Christsozialen in Hinblick auf die bayerischen Landtagswahlen im Oktober: “Das ist hochriskant, und die CSU wird nicht dafür belohnt, wenn sie diese Bundesregierung zerstört und Deutschland wie Europa ins Chaos stürzt”, erklärte Gabriel .

Wegen der Flüchtlingskrise 2015 habe sich bei der CSU “mächtig etwas angestaut”, sagte der SPD-Politiker weiterhin. “Die Halsschlagader ist immer dicker geworden” – das scheine sich nun “unkontrolliert Bahn zu brechen”, sodass “der Irrsinn” in der Union angekommen sei.

(mf)