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04/04/2018 17:18 CEST | Aktualisiert 04/04/2018 17:40 CEST

So bekommt ihr jeden Chef in den Griff, egal wie er tickt

Der Großteil aller Vorgesetzten passt in eine von vier Kategorien.

Im Video oben ein verwandtes Thema: Das will der Chef wirklich wissen, wenn er euch im Bewerbungsgespräch nach euren Hobbys fragt

Er ist nie mit eurer Arbeit zufrieden, hört euch nicht zu oder ist einfach dauergestresst – mit dem Chef gut klar zu kommen, ist oft gar nicht so einfach.

Das weiß auch Mary Abbajay, Beraterin für Berufsentwicklung. In ihrem neuen Business-Ratgeber “Managing Up” beschreibt sie, wie ihr mit eurem Chef klar kommt – egal wie er tickt. 

Abbajay gibt natürlich zu, dass es auch untypische und “schwierige” Arten von Chefs gibt, wie die “Narzissten” und die “Inkompetenten”. Sie ist jedoch trotzdem der Meinung, dass der Großteil aller Vorgesetzten in eine von vier Kategorien passt. 

1. Die Vorantreiber

“Vorantreiber konzentrieren sich stark auf ihre Aufgaben. Sie wollen Ergebnisse erzielen und etwas ins Rollen bringen. Sie legen für gewöhnlich weniger Wert auf freundliche und oberflächliche Bekanntschaften”, schreibt Abbajay.

“Sie drücken sich sehr deutlich aus und sind manchmal sogar richtig schroff. Sie sind sehr zielorientiert. Wenn andere nicht mit ihnen Schritt halten können oder zu lange brauchen, um Entscheidungen zu treffen, können sie ungeduldig
werden”, erklärt sie weiter.

“Vorantreibern geht es vor allem darum, ihre Aufgaben zu erledigen und so effizient und schnell wie möglich Ergebnisse zu erzielen.”

► Wie man am besten mit ihnen umgeht: Nach Meinung von Abbajay lassen Vorantreiber-Chefs sich ziemlich leicht zufriedenstellen, weil ihre Erwartungen äußerst vorhersehbar sind.

Der Schlüssel zum Erfolg liege darin, schneller zu werden.

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Konzentriert euch auf das, was ihr wirklich sagen wollt, und bringt es auf den Punkt”, schlägt die Autorin vor. “Präsentiert ihnen Lösungen und keine Probleme. Macht immer eure Hausaufgaben. Denn Vorantreiber wollen ihre Zeit stets sinnvoll nutzen und sie haben wirklich keine Lust, euren kompletten
Gedankenprozess mit euch durchzugehen.

Ihr solltet ihnen gegenüber weder zu lasch auftreten, noch Machtkämpfe durchführen. Und vor allem solltet ihr ganz einfach eure Arbeit erledigen.

2. Die Energetischen

“Energetische Chefs verfügen über viel Energie, Persönlichkeit und Optimismus. Sie sind absolute Profis im Umgang mit Menschen. Sie sind bekannt für ihren Enthusiasmus, ihren Humor und ihre Risikobereitschaft”, schreibt die Expertin

“Sie sind wie gemacht dafür, anderen ihre Ideen zu verkaufen. Routinemäßige Abläufe können sie meist nicht besonders gut leiden. Sie sind am glücklichsten, wenn sie sich mit Ideen und Plänen für die Zukunft beschäftigen können.”

Außerdem seien sie sehr reaktionsschnell. Es falle ihnen meist relativ leicht, ihre Ideen und Gefühle zu erläutern. Sie lieben es, neue Projekte zu beginnen. Es könne jedoch passieren, dass sie ihr Interesse daran verlieren, sobald es um Einzelheiten oder um den Abschluss dieser Projekte geht. 

► Wie man am besten mit ihnen umgeht: Wer harmonisch mit einem energetischen Chef zusammenarbeiten möchte, muss sich seiner Stimmung anpassen, so Abbajay.

Ihr solltet also eine Beziehung zu eurem Chef aufbauen und ihn auch auf persönlicher Ebene kennenlernen, euch von seinen Ideen mitreißen lassen und kein Spielverderber sein.

“Es wird bestimmt Zeiten geben, in denen ihr nicht seiner Meinung seid. Wartet jedoch erst einmal das erste Gespräch ab”, rät die Expertin.

Dann solltet ihr Pläne machen und diese auch durchziehen. “Ein energetischerChef liebt nichts mehr als Menschen, die ihm seine Ideen abnehmen und in die Tat umsetzen”, so Abbajay.

Überprüft die Ideen eures Chefs jedoch immer sorgfältig. Denn nicht alles, was er sagt, kann auch wirklich umgesetzt werden. Seid kreativ. Und lobt euren Chef in der Öffentlichkeit.

3. Die Bewerter

“Bewertende Chefs wissen Qualität, Genauigkeit und Fehlerfreiheit zu schätzen. Sie sind meist sehr gut organisiert und wollen immer alle Fakten und Hintergründe wissen, bevor sie etwas unternehmen oder eine Entscheidung treffen”, schreibt die Autorin.

“Sie lieben Korrektheit, Genauigkeit, Sorgfalt und Sachlichkeit. Sie gehen systematisch und prozessorientiert vor. Für gewöhnlich dauert es meist etwas länger, bis sie reagieren. Außerdem arbeiten sie sorgfältiger als andere Typen”, sagt sie. 

“Auf andere wirken sie ernsthaft, fleißig, beharrlich und anspruchsvoll. Sie
verlassen sich auf Daten und können manchmal kritisch oder pingelig erscheinen. Sie streben häufig nach Perfektionismus.”

► Wie man am besten mit ihnen umgeht: Nach Aussage von Abbajay kommt es bei solchen Chefs darauf an, dass man versteht, was sie antreibt. Sie seien um Sachlichkeit bemüht und brauchen einen bekannten und ausgearbeiteten Plan.

Dann sollte man ihnen Lösungen liefern, die in dieses Schema passen. Ein paar mögliche Strategien: Überraschungen vermeiden. Vorbereitet sein.

“Ohne Details und Fakten wird euer Chef allem Neuen sehr misstrauisch gegenüberstehen und es sofort verwerfen”, warnt die Expertin. 

“Vielleicht wirkt es auf euch so, als wäre euer Chef blockiert. Ihr solltet dabei jedoch nicht vergessen, dass es ihn stresst, ‘überstürzte’ Entscheidungen treffen zu müssen.”

Haltet eure Gefühle deshalb im Zaum und nehmt Kritik ernst.

“Ihr solltet euch darauf einstellen, dass euer Chef nach möglichen Fehlern suchen wird. Und dann solltet ihr Lösungsmöglichkeiten und Antworten für seine Einwände parat haben”, rät Abbajay.

4. Die Harmionisierer

“Harmonisierer schätzen Menschen, Beziehungen, Stabilität und Harmonie. Sie wollen anderen dabei helfen, erfolgreich und glücklich zu sein. Sie sind stets bemüht, eine Einigung zu erzielen und bei abweichenden Meinungen einen Kompromiss zu finden. Denn sie glauben, dass die beste Lösung nur dann erreicht werden kann, wenn alle mit dem Vorgehen einverstanden sind”, erklärt Abbajay.

“Auf andere wirken sie freundlich, geschickt im Umgang mit Menschen und auf gewisse Weise auch bescheiden. Sie legen sehr viel wert auf qualitativ hochwertige Arbeit. Mit permanentem Druck oder sinnlosen Tätigkeiten kommen sie nicht besonders gut klar. Aufgrund ihrer Vorliebe für Stabilität und Harmonie können sie manchmal so wirken, als würden sie Veränderungen zögerlich gegenüberstehen.”

► Wie man am besten mit ihnen umgeht: Harmonisierer-Chefs versuchen wahrscheinlich selbst gerade, euch das Leben leichter zu machen. Und so könnt ihr dasselbe auch für sie tun: Konzentriert euch auf euer Team.

“Selbst wenn euch die Meinungen von anderen relativ egal sind, tut einfach so als wären sie euch wichtig! Euer Chef wird euer Interesse zu schätzen wissen. Und euer Team wird davon profitieren”, so die Expertin. 

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Macht nicht aus allem ein Riesendrama. Überarbeitet eure Wunschliste und nehmt Punkte mit auf, die innerhalb der Firma mehr Sicherheit und Stabilität erzeugen würden. Helft eurem Chef dabei, Entscheidungen zu treffen.

Euer Chef liebt es, im Team zu arbeiten. Wenn er von anderen unterstützt wird und sie mit ihm zusammenarbeiten, wird es ihm leichter fallen, eine Entscheidung zu treffen”, prophezeit sie.

Versucht also, euch mit allen gut zu verstehen. Und sucht euch woanders einen Mentor, denn dieser Chef ist höchstwahrscheinlich einfach nicht der Typ dafür.

Dieser Blog erschien ursprünglich bei der HuffPost USA und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.

(ks)