POLITIK
12/03/2018 11:00 CET | Aktualisiert 12/03/2018 11:34 CET

Viel Wirbel, wenig Leute: Nur 2 Prozent der Asylbewerber kommen aus dem Maghreb

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NurPhoto via Getty Images
Migranten aus Afrika landen im Juni 2017 im italienischen Salerno an.

Asylbewerber aus den Maghreb-Staaten haben in Deutschland im vergangenen Jahr zahlenmäßig kaum eine Rolle gespielt

► Nur 2,2 Prozent der  Asylsuchenden kamen aus Tunesien, Marokko oder Algerien. Das berichtet die Nachrichtenseite “Migazin” am Montag unter Berufung auf eine Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Ulla Jelpke.

► Den Angaben zufolge kamen im vergangenen Jahr 1910 algerische, 1799 marokkanische und 421 tunesische Staatsangehörige nach Deutschland, also 4130 Menschen.

► Im Januar dieses Jahres seien 380 Asylsuchende aus den Staaten in Nordafrika gekommen.

Darum sind die Zahlen bemerkenswert: 

In den vergangenen Jahren waren Flüchtlinge aus den Maghrebstaaten in die Schlagzeilen geraten, weil sie mit den sexuellen Übergriffen in Köln in der Silvesteracht 2015/2016 in Verbindung gebracht wurden. Laut einer kriminologischen Studie waren Männer aus Nordafrika besonders häufig durch Gewalt auffällig geworden.

Das hat dazu geführt, dass diese Einwanderergruppe wesentlich mehr öffentliche Aufmerksamkeit erfuhr, als ihr geringer Anteil an den Hilfesuchenden rechtfertigte. 

Das müsst ihr noch wissen: 

SPD und Union haben in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, dass alle Staaten, deren Bürger in höchstens fünf Prozent der Fälle in Deutschland Schutz erhalten, zu sicheren Herkunftsstaaten erklärt werden. Das würde Tunesien betreffen, nicht aber Algerien und Marokko.

► Die FDP versucht nun, die drei Staaten dennoch als sicher einstufen zu lassen.

Linken-Abgeordneten Jelpke kritisierte laut “Migazin”, die Einstufung der drei Staaten als sicher sei nicht nur verfassungswidrig, sondern angesichts der geringen Fallzahlen “schlechte Symbolpolitik”.