POLITIK
17/04/2018 18:24 CEST | Aktualisiert 17/04/2018 22:07 CEST

Auch in Moschee in Mönchengladbach marschierten Kinder in türkischer Uniform

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► In einer Moschee in Mönchengladbach haben Kinder in türkischen Soldatenuniformen und türkischer Flagge ein Kriegsschauspiel inszeniert. Das berichtet das Nachrichtenportal “Buzzfeed.

► Schon vergangene Woche hatte ein vergleichbarer Vorfall in einer Moschee in Herford für einen Skandal gesorgt. 

► In beiden Fällen gehören die Moscheen zum türkischen Ditib-Verband, dem größten Moscheeverein Deutschlands. 

Darum ist der Vorfall in der türkischen Moschee wichtig:

Aus Sicht von Kritikers werden die Kinder für die Propaganda des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan instrumentalisiert. Ditib gilt als Erdogan-nahe Vorfeldorganisation. Die Zentralmoschee in Mönchengladbach hat eine der größten Ditib-Gemeinden des Landes.

Pikant: Ditib wurde in den vergangenen Jahren schon mehrmals vorgeworfen, in seinen Moscheen nationalistische Werbung für Erdogan zu betreiben. Der Verband sah hingegen im Herforder Video nichts Anstößiges. 

Mit Blick auf das erste veröffentlichte Video hatte NRW-Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) der Tageszeitung “Neue Westfälische” gesagt: “Der Vorfall bestärkt uns in unseren Befürchtungen, dass die Ditib in NRW im politischen Interesse der türkischen Regierung agiert”. Die Bilder nannte er “verstörend und völlig inakzeptabel”.

Was ihr noch zu den Videos aus den türkischen Moscheen wissen müsst:

Laut “Buzzfeed” erwartet das Integrationsministerium in Düsseldorf vom Ditib-Landesverband, vergleichbare Vorfälle offenzulegen. “Buzzfeed” liegen zudem Fotos einer Gemeinde aus Ulm vor – auch dort waren Kinder als Soldaten verkleidet aufgetreten.

“Aus Sicht der Kinder- und Jugendhilfe widerspricht die aktive Mitwirkung von Kindern an nationalistisch geprägten Gedenkfeiern durch die Verkörperung von Soldaten dem Geiste einer gewaltfreien Erziehung”, teilte eine Sprecherin des NRW-Integrationsministerium dem Nachrichtenportal mit. 

Der Herforder CDU-Kreisvorsitzende Tim Ostermann hatte bereits zu dem Video aus seiner Stadt erklärt: “Das (die Instrumentalisierung, Anm. d. Red.) widerspricht eklatant jedem Versuch der Integration. Vielmehr ist so etwas ein typisches Zeichen für eine Parallelgesellschaft.”