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13/03/2018 21:06 CET | Aktualisiert 13/03/2018 21:06 CET

Versuche nicht, immer positiv zu denken

Oft wird uns vermittelt, das positives Denken die Lösung aller Probleme ist.Wieso dies nicht der Fall ist und weshalb positives Denken auch Nachteile hat, erfährst du in diesem Artikel.

Vielleicht hast du auch schon mal den Rat bekommen, positiver zu denken.

Wenn du ein Problem mit deinem Selbstbewusstsein hast, sollte es beispielsweise genügen, dir vor dem Spiegel regelmäßig zu sagen, dass du der Größte bist – und schon hast du dein Problem gelöst.

Genauso soll es sich mit anderen Vorhaben verhalten. Viele motivierende Zitate versprechen uns, dass wir nur stark genug an eine Sache zu glauben brauchen – und schon können wir sie erreichen.

Was aber ist der Haken an dieser Philosophie?

Positives Denken führt zu Verdrängung

Positives Denken hat definitiv seine Berechtigung.

Wenn du beispielsweise ein Unternehmen gründen möchtest, musst du eine beträchtliche Portion Optimismus haben. Ansonsten würdest du noch nicht einmal den ersten Schritt wagen.

Zu einem Problem wird das positive Denken jedoch, wenn daraus ein Zwang wird. Wenn du also versuchst, jeden negativen Gedanken zu verdrängen.

In Studien wurde immer wieder gezeigt, dass wir Gedanken (und Gefühle) nicht unterdrücken können. Schlimmer sogar, in den meisten Fällen werden die Gedanken nur noch stärker.

Wenn dir also vornimmst, positiver zu denken, wirst du versuchen, alle negative Gedanken zu unterdrücken – wodurch es in den meisten Fällen stärker wird.

Und dann kann es gut sein, dass du dich auch noch für deine negativen Gedanken verurteilst! Du hast dir ja schließlich vorgenommen, positiver zu denken, schaffst es aber nicht. Und genau das, ist einer der großen Nachteile des positiven Denkens.

Hinzu kommt, dass positives Denken zu ungesundem Optimismus führen kann.

Ungesunder Optimismus

Positives Denken kann nicht nur dazu führen, dass du dir einen ungesunden Umgang mit deinen Gedanken zur Angewohnheit machst. Es hat nicht selten auch zur Folge, dass du anfängst, an Selbstüberschätzung zu leiden.

Verstehe mich nicht falsch – wie bereits am Anfang erwähnt, ist Optimismus etwas sehr Schönes und auch Wichtiges.

Aber wie bereits das Sprichwort sagt:

Die Dosis macht das Gift.

Wenn du anfängst zu denken, dass deine Fähigkeiten keine Grenzen haben und du alles schaffen kannst, hat das mehrere Folgen:

  • Du fängst an, unüberlegte oder gar riskante Entscheidungen zu treffen.
  • Du nimmst dir Dinge vor, die du nie schaffen kannst.
  • Du fängst an, zu glauben, dass du Dinge unter Kontrolle hast, die völlig außerhalb deines Einflussbereiches liegen.

Zu viel Optimismus ist genauso schädlich wie zu wenig.

Aus diesem Grund solltest du anfangen, von nun an einen flexibleren Optimismus in deinem Leben zuzulassen.

Gestehe dir ein, dass du zwar viel schaffen kannst, aber halt nicht alles. Denke zudem bei Entscheidungen oder größeren Vorhaben darüber nach, welche Risiken bestehen oder wie du im Falle eines Fehlschlages reagieren kannst, um wieder auf die Beine zu kommen.

Diese Taktik schützt dich vor größeren Enttäuschungen, während du dadurch gleichzeitig eine innere Ruhe entwickelst, die durch positives Denken alleine nie zustande gekommen wäre.