POLITIK
16/07/2018 14:51 CEST | Aktualisiert 16/07/2018 16:20 CEST

"Versuch, Europa zu spalten": Deutschland kontert Trumps EU-Attacke

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Im Video oben warnt Donald Trump die EU vor einer zu laschen Flüchtlingspolitik und sagt: “Die Einwanderung übernimmt Europa.”

► Das Auswärtige Amt hat die Aussagen von US-Präsident Donald Trump zu den europäisch-amerikanischen Beziehungen zurückgewiesen und zu Geschlossenheit in der EU aufgerufen.

► Die Äußerung des Präsidenten, der die EU als “Feind” im Handel bezeichnet hatte, zeige “leider einmal mehr, wie breit der politische Atlantik geworden ist, seit Donald Trump im Amt ist”, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD) den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

► Der SPD-Europastaatsminister Michael Roth widersprach Trump ebenfalls. Er warf Trump zugleich vor, absichtlich Unruhe zu stiften. “Der amerikanische Präsident provoziert. Er versucht, eine Spaltung der Europäischen Union herbeizuführen”, sagte Roth.

Darum die Reaktion des Auswärtigen Amtes auf Trumps Äußerung wichtig:

Trump hat sich auf die EU eingeschossen. Aus seiner Sicht bediene sich Brüssel unfairen Handelspraktiken, weswegen die EU einen Exportüberschuss im Handel mit den USA erziele.

Was die neuerliche Attacke bedeutet, gibt es aus Berlin zwei Lesarten:

“Wir können uns auf das Weiße Haus nicht mehr uneingeschränkt verlassen”, sagte Maas. Um die Partnerschaft mit den USA zu bewahren, müsse sie neu justiert werden. Das gehe nur mit einem “selbstbewussten und souveränen Europa.”

► Sein Parteikollege sah es weniger dramatisch. Man dürfe sich von “den teilweise sehr aggressiven, wahrheitswidrigen und nicht sonderlich konstruktiven Beiträgen” nicht aus der Ruhe bringen lassen. “Empörung alleine wird uns nicht helfen”, sagte Roth.

(ll)