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25/11/2018 11:37 CET | Aktualisiert 25/11/2018 16:57 CET

Vergewaltigung in Freiburg: Vater eines Opfers stellt sich gegen rechte Hetze

“Maria hätte sich nie durch Hass und Hetze davon abbringen lassen, ihre Möglichkeiten zu nutzen, Gutes zu tun.”

Sean Gallup via Getty Images
Gedenkstätte für das Vergewaltigungsopfer Maria L. 
  • Der Vater eines Vergewaltigungsopfers hat bei einer Veranstaltung in Freiburg mehr Toleranz gefordert. 
  • Seine Tochter Maria L. war 2016 in Freiburg vergewaltigt und ermordet worden. 

Noch immer erschüttert der Fall einer Gruppenvergewaltigung in Freiburg die Stadt im Breisgau. Im Oktober sollen acht Männer in einer Diskothek eine 18-Jährige vergewaltigt haben. 

Nun hat sich der Vater der 2016 in Freiburg vergewaltigten Maria L. zu dem Fall geäußert. Der Asylbewerber Hussein K. hatte die Studentin missbraucht und ermordet.

► Anlass für die Stellungnahme des Vaters war die Eröffnung einer Stiftung im Namen seiner ermordeten Tochter. Der Vater sprach laut der “Badischen Zeitung” von einer “entsetzlichen Tat” und sprach den Angehörigen der 18-Jährigen sein Mitgefühl aus. 

“Maria hätte sich nie durch Hass abbringen lassen”

“Wir sind auch traurig darüber, dass viele Menschen in Freiburg nun erneut beunruhigt und aufgewühlt sind”, sagte er weiter. Der Vater habe – wie Freiburgs Bürgermeister Martin Horn – auch nach der Gruppenvergewaltigung Hassbotschaften erhalten. Er sprach sich damals gegen die pauschale Verurteilung von Flüchtlingen aus. 

Der Familienvater forderte daher: “Die Politik und die Gesellschaft müssen engagiert, auch kontrovers, darüber diskutieren, welche Schlussfolgerungen aus solchen Taten zu ziehen sind und aus allen Umständen, die diese Taten kennzeichnen.”

Er sprach sich für mehr Toleranz aus: “Maria hätte sich nie durch Hass und Hetze davon abbringen lassen, ihre Möglichkeiten zu nutzen, Gutes zu tun.”

Ein Gericht hatte Marias Mörder Hussein K. 2018 zu lebenslanger Haft verurteilt.

(ame)