WIRTSCHAFT
23/02/2019 14:33 CET

Verdi-Chef kritisiert Mafia-Strukturen bei Paketboten: "Viele haben gefälschte Pässe"

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dpa
Ein Paketbote bei der Auslieferung. 

Verdi-Chef Frank Bsirske hat scharfe Kritik an den Paketdiensten geübt und von teils “mafiöse Strukturen” gesprochen.

“Unternehmen wie Hermes engagieren Firmen, die wiederum andere Firmen beauftragen, die dann Menschen aus der Ukraine, aus Moldawien oder aus Weißrussland in die Lieferfahrzeuge setzen”, sagte er dem “Hamburger Abendblatt” vom Samstag. 

Viele hätten gefälschte Pässe, sagte der Verdi-Chef. “Da werden Stundenlöhne von 4,50 Euro oder sechs Euro gezahlt und das bei Arbeitszeiten von zwölf oder sogar 16 Stunden pro Tag.”

Wie Hermes sich gegen die Kritik wehrt

 

Hermes teilte dazu mit, als Auftraggeber lege Hermes großen Wert auf unternehmerische Verantwortung. Hermes lasse sich von all seinen Servicepartnern vertraglich zusichern, “dass sie sich vollumfänglich an gesetzliche Vorgaben – insbesondere die Verpflichtung zur Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns – halten”, sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

Darüber hinaus investiere Hermes in den kommenden fünf Jahren über 100 Millionen Euro, die überwiegend in die Lohn- und Personalkosten in der Paketzustellung fließen.

Mehr zum Thema: “Das sind alles Einzelfälle”: Vertreter der Paket-Branche redet sich bei “Hart aber fair” um Kopf und Kragen

Zudem habe Hermes ein unabhängiges Auditsystem installiert, um die Einhaltung von Recht und Gesetz bei seinen Servicepartnern zu gewährleisten. “Hermes toleriert es nicht, wenn für uns tätige Servicepartner gesetzliche Regelungen bzw. die Sozialstandards unterlaufen.”