ELTERN
25/07/2018 12:36 CEST | Aktualisiert 01/08/2018 13:34 CEST

Vater wird von Fremden kritisiert, weil er seine 6-jährige Tochter trägt

Ein Mann schrie ihn an: “Was zur Hölle? Lass sie laufen!"

  • Brent Gehring wurde von einem fremden Mann bepöbelt, weil er seine 6-jährige Tochter auf dem Arm trug.
  • Gehring beschloss daraufhin, dem Mann die Augen zu öffnen und eine wichtige Botschaft in die Welt zu senden. 
  • Oben seht ihr ein emotionales Video, in dem Kinder darüber reden, was es bedeutet, an Krebs zu erkranken.

Brent Gehring aus dem US-Bundesstaat Nebraska war mit seiner Tochter Emma auf dem Heimweg. Sie hatten gemeinsam in einem Restaurant zu Abend gegessen. 

Plötzlich fing ein fremder Mann wie aus dem Nichts an zu schreien: “Was zur Hölle? Lass sie laufen! Das ist es, was mit den Kindern heutzutage falsch läuft!”

Gehring überlegte: “Würde ich mich besser fühlen, wenn ich ihn anschreie, oder kann ich ihm etwas über das Leben beibringen?”

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Brent Gehring
Brent Gehring mit seiner Tochter Emma.

Emma hat einen seltenen Gehirntumor 

Er erzählt weiter: “Ich will nicht lügen, es war wirklich eine sehr schwere Entscheidung. Aber ich sah ihm direkt ins Gesicht, mit meiner Tochter auf dem Arm und fragte ihn ganz ruhig, ob er meine Tochter meine. Er sagte ‘Ja, zur Hölle’.”

“Ich antwortete: ‘Meine Tochter trägt seit fünf Jahren meinen Glauben und meine Stärke in sich, seit sie mit einem Gehirntumor diagnostiziert wurde. Sie kann nicht laufen, aber ich bin glücklich, dass ich sie tragen darf, denn sie hat mir über die Jahre wundervolle Dinge beigebracht. Also würde ich Ihnen raten, meine Tochter mit nichts außer Respekt zu behandeln’”, erinnert sich Gehring an den Moment.

Bei Emma wurde mit nur sieben Monaten ein seltener Gehirntumor diagnostiziert. Er saß direkt hinter ihrem rechten Auge und breitete sich auf der rechten Seite ihres Gehirns aus. Bald wird ihre siebte Chemotherapie bekommen.

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Brent Gehring
Emma Gehring

Ihre Reaktion war nicht wie sonst

Gehring berichtet, dass die Begegnung mit “zwei erwachsenen Männern, denen Tränen über das Gesicht kullerten”, endete. “Ein Mann, dessen Augen geöffnet werden mussten, um sehen zu können, wie das echte Leben funktioniert und was wahre Liebe ist und ein Mann, der immer wieder daran erinnert werden muss, dass aus jeder Situation etwas Gutes herauskommen kann.”

Der Vorfall hatte auch einen Einfluss auf Emma. “Sie verarbeitete diese Situation ganz anders als sonst”, erzählt Gehring der HuffPost.

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Gehring möchte kein Mitleid

“Sie mag es nicht, wenn Mama und Papa stehen bleiben, um mit anderen Menschen zu sprechen. Normalerweise beschwert sie sich dann, dass wir weiter laufen sollen oder sie vergräbt ihren Kopf in unseren Schultern. Fremde machen sie immer ein bisschen nervös.”

Aber dieses Mal war es anders: “In dieser Situation hielt sie ihren Kopf oben und starrte dem Mann während des ganzen Gesprächs in die Augen. Ich weiß nicht, ob sie erkannte, dass er sie herausfordern wollte oder was es war, aber das war keine normale Reaktion von ihr.”

Brent Gehring
Brent Gehring mit seiner Tochter Emma und seiner Frau Kathryn.

Gehring erklärt, dass er diese Geschichte nicht teilt, um Mitleid zu bekommen, sondern weil er daran erinnern möchte, dass man niemanden einfach verurteilen sollte, denn man kennt nie die ganze Geschichte hinter einem Menschen.

Er hat die Website Emma Strong erstellt, um Spenden für Forschungen zu Gehirntumoren zu sammeln.

Dieser Artikel erschien zuerst in der HuffPost UK und wurde von Martina Zink aus dem Englischen übersetzt und angepasst.

(glm)