LIFESTYLE
28/05/2018 16:28 CEST | Aktualisiert 30/05/2018 12:08 CEST

Was diese Vater-Sohn Beziehung ausmacht, zeigt sich erst auf der Strecke ab 270 km/h

Die Suche nach dem Limit verbindet sie.

Der Nürburgring in der Eifel. Erst strahlender Sonnenschein, dann ein Unwetter. Nebel liegt über den Bäumen. Es regnet.

Unter diesen Bedingungen ist gerade das prestigeträchtige 24-Stunden-Rennen auf der Nürburgring Nordschleife zu Ende gegangen. 

Die Strecke trägt den Spitznamen “grüne Hölle” und gilt als die härteste und gefährlichste Rennstrecke der Welt. Eine Runde ist knapp 21 Kilometer lang und verzeiht einem Fahrer keinen Fehler. Es gibt kaum Auslaufzonen. Eine Unaufmerksamkeit genügt, um mit hoher Geschwindigkeit in die Streckenbegrenzung zu krachen.

Der Formel-1-Kurs, den viele kennen, führt nur über einen kleinen, harmlosen Teil dieser Strecke. 

Regelmäßig passieren auf der Strecke Unfälle

Wie gefährlich das Ganze ist, zeigen die Unfälle, die regelmäßig auf der Nordschleife passieren. Bei einer sogenannten Touristenfahrt im vergangenen Jahr starb ein Mensch.

Der 27-jährige Achim Wawer hat das diesjährige 24-Stunden-Rennen unbeschadet überstanden und den Porsche seines Teams unter schwierigen Bedingungen ins Ziel gebracht. Sein Teamkollege und Vater Volker hat die Zieleinfahrt unter Nebel in der Boxengasse verfolgt, beim 24-Stunden-Rennen wechseln sich die Fahrer ab. Er nimmt seinen Sohn stolz in den Arm. 

Der Zusammenhalt zwischen Volker und seinem Sohn Achim ist stärker als bei anderen. Sie sind nicht nur Vater und Sohn, sie sind auch Teamkollegen. Die beiden sehen sich nicht mehr oft, Volker lebt in Karlsruhe, Achim in Stuttgart. Wenn sie zusammen sind, gehen sie auf die Rennstrecke. Die Suche nach dem Limit verbindet sie.

Vater Volker fährt schon seit seiner Studentenzeit Autorennen. Sein Sohn Achim stellte sich als Achtjähriger sonntagmorgens den Wecker, um Formel-1-Rennen in Asien live anzusehen. Kurz nachdem er seinen Führerschein hatte, ging er das erste Mal mit seinem Vater in einem Rennauto auf die Piste. 

“Man kann sich auch verletzen, wenn man vom Pferd fällt”

Der Gefahr sind sich Achim und Volker Wawer bewusst, Angst haben sie aber keine. “Angst kann man auch haben, wenn man auf dem Pferd sitzt”, sagt Volker.

Immer mehr, immer wieder. Sich selbst immer neuen Herausforderungen zu stellen. Das ist es, was beide antreibt. “Ich kenne keine zweite Rennstrecke, die einem so viel an Konzentration und Kondition abverlangt”, sagt Volker Wawer. 

An seinem Sohn schätzt er vor allem dessen Gelassenheit. “Achim bleibt einfach ruhig, wenn es hitzig wird”, sagt der 60-Jährige. Das gebe ihm auch die nötige Ruhe, wenn er seinem Sohn zusieht, wie der mit 270 Sachen über die Rennpiste donnert. “So eine gewisse Sorge schwingt schon mit”, gibt Volker dennoch zu. 

Der Vater als Vorbild

Für Achim ist sein Vater ein Gradmesser. “Ich versuche mich an ihm zu orientieren und habe mir gerade am Anfang viel bei ihm abgeschaut”, sagt er. Im heimischen Karlsruhe haben sie eine Werkstatthalle. Wenn sie nicht auf der Rennstrecke sind, treffen sie sich hier, um an ihren Autos herumzuschrauben. Hier bereiten sie gemeinsam alles vor, ehe sie ihren Rennwagen auf dem Anhänger zum nächsten Rennen transportieren. 

“Ein Erlebnis ist nur so gut, wie die Leute mit denen man es teilt”

Mit strahlenden Augen nimmt Volker seinen Sohn nach dem Rennen in den Arm. “Gut gemacht”, sagt er und klopft ihm auf die Schulter. Stolz postet er ein Foto der beiden auf Facebook, um seinen Freunden von dem gemeinsamen Erfolg zu berichten.

“Ich finde es toll, mit dem eigenen Sohn solche Erlebnisse zu teilen. Jedes Erlebnis ist nur so gut, wie die Leute, die da dabei sind. So etwas finde ich schon wichtig”, sagt Volker. 

Sein Sohn Achim sagt: “Es ist einfach ein schönes Erlebnis, wenn man so etwas zusammen machen kann.”

Das Video oben gibt euch einen Einblick in den Rennalltag der Beiden.

(jds)