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10/11/2018 09:42 CET | Aktualisiert 10/11/2018 09:46 CET

Vater sammelt 422.000 Euro für angeblich todkranke Tochter und verprasst alles

Er nutzte die Hilfsbereitschaft anderer Menschen aus.

Sven Creutzmann/Mambo Photo via Getty Images
Ein Betrüger hat sich eine Summe von 422.000 Euro ersammelt. (Symbolbild)
  • Ein Spanier hat vorgegeben, seine Tochter sei todkrank und startete einen Spendenaufruf. 
  • Doch mit dem Geld half er nicht seiner angeblich todkranken Tochter, sondern finanzierte sich ein Luxusleben.

Er nutzte die Hilfsbereitschaft anderer Menschen aus, um selbst ein Luxusleben zu führen: In Spanien wurde ein Vater nun zu fünf Jahren Haft verurteilt, weil er das für seine angeblich todkranke Tochtergesammelte Geld in Luxusartikel investierte.

Auch die Mutter des Mädchens wurde verurteilt – wegen schweren Betrugs muss sie dreieinhalb Jahre in Haft.

Das berichteten Medien übereinstimmend, unter anderem der “Stern”.

Vater gab vor, seine Tochter sei todkrank

Der 53-jährige Vater Fernando Blanco war zu Beginn des Betrugs sogar in mehreren Fernseh-Talkshows aufgetreten und hatte um Spenden für seine angeblich todkranke Tochter Nadia Nerea gebeten.

Der Vater gab vor, sie leide an der tödlich genetischen Erkrankung Trichothiodystrophie und müsste sterben, wenn sie sich nicht der lebensrettenden, aber sehr teuren Operation in einem Krankenhaus im texanischen Houston unterziehe.

Außerdem berichtete Blanco er habe bereits Spezialisten in aller Welt aufgesucht, um seiner Tochter zu helfen – bisher ohne Erfolg.

Die Zuschauer fielen auf die Masche des Familienvaters herein und spendeten. So kamen letztlich 422.000 Euro zusammen.

Ein Journalist entlarvte die Betrugsmasche des Mannes

Die Betrugsmasche fiel erst auf, als sich ein Journalist Ende 2016 genauer mit dem Fall befasste.

Der stellte fest, dass es das besagte Krankenhaus in Houston gar nicht gibt und die Reisen zu den Spezialisten nie stattgefunden hatten. 

Denn das Mädchen leidet zwar an Trichothiodystrophie, lebensbedrohlich ist die Krankheit für sie allerdings nicht. Obwohl es bislang keine Heilung gibt, lassen sich die Symptome der Krankheit im Zaum halten.

In der Gerichtsverhandlung wurde klar, wie die Eltern absichtlich bei der Schilderung der Krankheit ihrer Tochter übertreiben hatten, um an Geld zu gelangen.

Blanco war schließlich festgenommen worden, als er versuchte einer Polizeikontrolle nahe der französischen Grenze zu entkommen.

Der Mann verprasste das Geld für ein Luxusleben

Die Polizeiermittlungen ergaben, dass der Mann von den 422.000 Euro an Spenden nur knapp 20.000 Euro für die Behandlung seine Tochter ausgegeben hatte.

Klar wurde aber: Blanco ließ es sich mit dem Geld gut gehen. Er kaufte sich teure Autos und Luxusuhren, ging auf Reisen und mietete sich mehrere Häuser.

(lp)