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12/06/2018 17:31 CEST | Aktualisiert 12/06/2018 17:33 CEST

Vater macht 2-tägige Kreuzfahrt mit Sohn – nun muss er 12.000 Euro zahlen

“Die ausgestellte Rechnung ist sittenwidrig", sagt der Anwalt des Vaters.

Ho New / Reuters
Auf einer zweitägigen Kreuzfahrt schaute der Sohn Videos und bekam eine Rechnung von 12.000 Euro. (Symbolbild) 
  • Ein Vater ist mit seinem Sohn zwei Tage auf eine Kreuzfahrt gegangen. 
  • Weil er währenddessen Videos auf dem Handy ansah, bekam der 12-Jährige eine Rechnung von über 12.000 Euro.

250 Euro hat die Kreuzfahrt von Kiel nach Oslo gekostet. Zu Hause angekommen musste ein 12-Jähriger feststellen, dass er jetzt beinahe das 50-fache davon zahlen muss. 

Laut einem Bericht der “Bild”-Zeitung hat sich der Junge mit dem Handy in das Satellitennetz des Schiffes eingewählt und Videos angesehen. 472 Megabyte habe er verbraucht – 12.414 Euro sei laut Rechnung dafür fällig geworden. 

Der Vater Thoralf Boje ging davon aus, dass der Junge Videos gesehen hat, die bereits auf dem Gerät waren.

“Da muss doch eine Sicherung her, damit solche Kosten nicht entstehen”, sagte er der “Bild”.

Anwalt des Vaters: “Rechnung ist sittenwidrig”

Als Bojes Sohn das Daten-Roaming anschaltete, habe er eine Warnung per SMS erhalten. Maximal 59,50 Euro sollten ihm pro Abrechnungsmonat berechnet werden, berichtete die “Bild”. 

Dies gilt aber nicht für Satellitennetze. Darauf wies der Anbieter allerdings nicht hin.

Als Entschädigung verzichtete dieser deshalb auf über 8000 Euro.

Dennoch bleiben mit Umsatzsteuer knapp 4700 Euro, die Thoralf Boje und sein Sohn bezahlen sollen.

“Die ausgestellte Rechnung ist sittenwidrig nach Paragraf 138 des Bürgerlichen Gesetzbuchs”, sagte Rechtsanwalt Arndt Kempgens der Zeitung. Er vertritt Vater und Sohn in dem Fall und reichte Widerspruch ein. 

Laut “Bild” ist auch die Verbraucherzentrale skeptisch. Mobilfunkanbieter würden tagelang nur zuschauen, obwohl eine Kostenbremse technisch möglich wäre. Dabei hätten sie eine Sorgfaltspflicht. 

(lm)