ELTERN
23/08/2018 13:12 CEST | Aktualisiert 25/08/2018 16:20 CEST

Vater fährt mit behindertem Sohn ins Schwimmbad und findet fiese Notiz

"Schämen Sie sich"

tap10 via Getty Images
Die anonyme Schreiberin verletzte mit dem Zettel die Gefühle des neunjährigen Sohnes (Symbolbild).
  • Ein Vater ist mit seinem Sohn, der eine Behinderung hat, zu einem Bad gefahren und stellte das Auto auf einem Behindertenparkplatz ab.
  • Als er zum Auto zurückkehrte, fand er eine unverschämte Notiz an seinem Auto.

Menschen mit Behinderung, die einen bestimmten Schweregrad haben und dadurch in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, haben ein Recht auf einen Sonderparkplatzausweis. Die Kriterien, wie “außergewöhnlich gehbehindert”, sind von der Europäischen Kommission festgelegt.

Als Kriterium gilt jedoch nicht, dass die Behinderung für andere Menschen sichtbar zu erkennen sein muss.

Dass das einige Menschen nicht verstehen, zeigt der Fall des neunjährigen Jack Francis aus Neuseeland. Er lebt mit einer frühkindlichen Hirnschädigung, auch Infantile Zerebralparese genannt. Bei dieser Behinderung ist das Zusammenspiel von Gehirn, Nerven und Muskeln beeinträchtigt. Typische Symptome sind Spastiken, Lähmungen und Bewegungsstörungen. Je nachdem, wie sich die Krankheit entwickelt, sind die Anzeichen unterschiedlich stark ausgeprägt. 

Mehr zum Thema: Mein Rollstuhl macht mich unsichtbar – nur ihr könnt das ändern

Das alles dürfte eine Passantin aus der Region Canterbury in Neuseeland nicht gewusst haben. Die Frau ärgerte sich darüber, dass Jacks Vater, Paul Francis, mit seinen drei Kindern auf einem Behindertenparkplatz sein Auto parkte. Deshalb hinterließ sie dem Vater eine erniedrigende Notiz. Den Vorfall beschrieb Francis in einem ausführlichen Facebook-Post.

Jack fühlte sich niedergeschlagen

Eigentlich wollte sich der dreifache Vater nur einen schönen Tag mit seinen Kids gönnen und ist mit diesen zu einem öffentlichen Freibad gefahren. Als er jedoch das Auto am Behindertenparkplatz abgestellt habe, sei ihm bereits aufgefallen, dass ihm eine Frau einen merkwürdigen Blick zugeworfen habe, berichtete das Nachrichtenportal “The Sun”

Seine Vermutung bestätigte sich später, als die Familie zurück zu ihrem Auto kehrte. Denn dort fanden sie einen Notizzettel auf dem geschrieben stand:

Sie mögen vielleicht einen Sonderparkplatzausweis haben, aber dass Sie diesen heute verwendet haben, war nicht fair. Schämen Sie sich.”

Sein Sohn Jack sei völlig niedergeschlagen gewesen, als er den Zettel auf der Frontscheibe entdeckte. “Aufgrund der Art von Behinderung, die mein Sohn hat, ist er nach einer physischen Aktivität immer sehr müde ... wie schwimmen ... deshalb habe ich geparkt, wo ich geparkt habe”, erklärte Francis auf Facebook.

►  Der schöne Familienausflug endete somit mit einem niedergedrückten Gefühl.

Für den 49-jährigen Vater endete dieser Tag jedoch auch damit, seine Enttäuschung offen zu teilen und die Verfasserin in einem offenem Post direkt anzusprechen.

“Sie sollten sich schämen”

“An die Frau, die diesen Zettel hinterlassen hat: Schämen Sie sich für die feige Attacke, die mein Sohn auf der Windschutzscheibe gefunden hat”, schrieb der Vater. 

“Sie haben ihn nur traurig gemacht und sein Selbstbewusstsein noch weiter nach heruntergedrückt, obwohl er es sowieso schon schwer hat.”

Mit ihrer Nachricht hätte die Frau sämtliche Arztbesuche und Operationen, die Jack durchmachen musste, abgetan und herabgewürdigt. Und das nur, weil die Passantin angenommen habe, dass sie das Richtige tun würde. 

“Schämen Sie sich” – mit diesen Worten beendete auch Francis seinen emotionalen Post.

Vater wünscht sich mehr Verständnis

Für die Zukunft wünscht sich der Vater, dass Menschen endlich verstehen, dass ein Behindertenparkausweis nicht bedeuten muss, dass der Fahrer die Behinderung hat.

Deshalb fügte der 49-Jährige seinem Post noch eine Liste bei, die der Frau zeigen soll, welche Vorurteile sie wohl hatte:

1. Sie haben angenommen, dass der Fahrer keine Behinderung hat.

2. Sie haben angenommen, da es keinen Rollstuhl gab, sei der Parkplatz nicht für uns gedacht.

3. Nicht jede Behinderung ist für engstirnige Menschen erkennbar.

4. Vielleicht haben sie angenommen, dass ich hier geparkt habe, weil ich drei Kinder dabei hatte und den Parkplatz für junge Mütter übersehen hatte..vielleicht, aber das glaube ich nicht.

(nr)