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10/04/2018 11:19 CEST | Aktualisiert 10/04/2018 12:33 CEST

USA: Wie Portland mit Hilfe von Marihuana Verkehrsunfälle senken will

"Die Kampagne wird unsere Straßen sicherer machen."

chabybucko via Getty Images
Portland nutzt Steuergelder aus dem Erwerb von Marihuana für eine Sicherheitskampagne
  • 2015 ist Marihuana im US-Bundesstaat Oregon legalisiert worden
  • Die Steuergelder aus dem Verkauf des Rauschmittels nutzt Portland jetzt für eine Verkehrskampagne

Seit 2015 ist der Erwerb von Marihuana in Oregon legal. In Portland, der größten Stadt in dem US-Bundesstaat dürfen alle Bürger über 21 Jahre legal Gras kaufen. 

Durch die Steuern aus dem Verkauf des Rauschmittels fließen ordentlich Gelder in die öffentlichen Kassen. Mit diesem Geld finanziert Portland jetzt zum Großteil eine Kampagne für mehr Verkehrssicherheit.

Die Sicherheitsinitiative “Struck” ist die größte, die das Verkehrsamt der 640.000-Einwohner-Stadt jemals ins Leben gerufen hat. Die Aktion soll die Bürger darüber aufklären, wie wichtig sicheres Autofahren ist.

► 300.000 US-Dollar, umgerechnet rund 244.000 Euro, fließen aus der Marihuana-Steuer in die Bildungs-Kampagne.

“Wir müssen ändern, wie die Menschen denken”

“Wenn wir die Zahl der Todesopfer verringern wollen, müssen wir ändern, wie die Menschen denken, wenn sie hinter dem Steuer sitzen”, sagt Dan Saltzman, der die Kampagne überwacht.

“Früher war es gesellschaftlich akzeptiert, ohne Sicherheitsgut zu fahren oder auch zu fahren, wenn man nicht ganz nüchtern war.” Aber neue Gesetze und Aufklärungskampagnen hätten das Verhalten und die Einstellung der Menschen verändert, sagt Saltzman.

Im Zentrum der Kampagne steht ein Video, das auf die fatalen Folgen hinweist, die Unachtsamkeit und Fahrlässigkeit im Straßenverkehr haben können:

Das Geld der Kampagne wird auch dafür genutzt, Straßenschäden auszubessern und Brennpunkte zu entschärften, an denen die meisten Unfälle passieren. 

► “Die ‘Struck’-Kampagne wird unsere Straßen sicherer machen, indem sie der Öffentlichkeit erklärt, warum es wichtig ist, vom Gas zu gehen”, erklärt Leah Treat, Leiterin des örtlichen Verkehrsamtes.

Sie wolle die Raser-Kultur in Portland verändern. “Wir sorgen dafür, dass jeder weiß, wenn er einen tödlichen Unfall verursacht, wird er nicht nur einer anderen Person das Leben nehmen. Auch das eigene Leben wird nie wieder dasselbe sein”, gibt Treat zu bedenken.

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(mf)