LIFE
17/07/2018 15:47 CEST

Sturm ruiniert Strandhochzeit – dann macht Fremde ein besonderes Angebot

“Wir empfehlen euch improvisierte Hochzeiten sehr”

  • Ein starker Regenguss hat beinahe die Strandhochzeit der 24-jährigen US-Amerikanerin Dulce Gonzalez beendet.
  • Dann ließ sich das Paar im Haus einer hilfsbreiten Anwohnerin trauen.

Sich unter blauem Himmel auf weißem Sand das Ja-Wort zu geben – viele Paare wünschen sich genau so eine Traumhochzeit am Strand. Jedes Jahr lassen sich tausende Paare an den schönsten Stränden der Welt trauen. Dabei plagt viele jedoch eine große Sorge: Was ist, wenn es ausgerechnet an unserem großen Tag regnet?

Der 24-jährigen Dulce Gonzales ist genau das bei ihrer Hochzeit passiert. Wie die US-Zeitung “Washington Post” schrieb, habe Gonzales am Strand von Pascagoula im US-Bundesstaat Mississippi eine wundervolle Hochzeitszeremonie organisiert: weiße Stühle, ein weißer Teppich voller Blumen, der zu einem geschmückten Altar führt. Doch dann sei ein schweres Gewitter aufgezogen und starker Regen hätte die Trauung unmöglich gemacht

Hilfe von einer fremden, klatschnassen Frau

Gonzales und die anderen Hochzeitsgäste seien in ihre Autos geflohen. Die Braut sei im Auto ihrer Mutter gesessen und habe geglaubt, ihre Hochzeit sei ruiniert. “Ich musste meine Tränen zurückhalten”, sagte Gonzales der “Washington Post”. “Ich war kurz davor, eine Panikattacke zu bekommen und habe meine Mutter gefragt: ’Was machen ich denn jetzt?’”

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Plötzliche habe eine fremde, klitschnasse Frau an die Scheibe des Autos geklopft. Gonzales habe nicht glauben können, was die Frau dann gesagt habe: “Lasst euch in meinem Haus trauen”, habe sie angeboten.

Die Hochzeit sollte nicht ins Wasser fallen

Die Frau sei Cynthia Strunk, eine 67-jährige Anwohnerin aus dem Küstenort Pascaguoala gewesen. Der Küstenort sei ein beliebter Ort für Hochzeiten. Strunk lebe schon seit fast 20 Jahren dort. Noch nie habe sie gesehen, wie eine Hochzeit wegen des Wetters abgesagt werden musste. Die Hochzeit der Gonzalez sollte somit nicht die Erste werden. 

Strunk und ihr Mann hätten tagsüber die Hochzeitsvorbereitungen von ihrem Strandhaus aus beobachtet.

Bewegt vom Pech der Gonzalez sei Strunk ohne Schirm durch den Regen gerannt, um der Hochzeitsgesellschaft ihr Strandhaus anzubieten. 

Da Familie Strunk häufig große Familienfeste veranstalte, habe sie einige dutzend Klappstühle auf Lager gehabt. 

Strunk habe um zehn Minuten Zeit gebeten, um ihr Haus vorzubereiten. Dann habe sie ein großes Zimmer aufgeräumt und es dekoriert als sei es ihre eigene Tochter, die dort heiraten würde. 

Dann seien die etwa 50 Gäste mit Regenschirmen von den Autos ins Haus gebracht worden.

Gonzalez habe ihren Augen nicht trauen können, als sie die “Gallerie” im Haus der Strunks sah: Ein großes Zimmer mit Marmorboden und Konzertflügel. 

“Sie hatten alles so hergerichtet, als hätten wir es so geplant”, sagte Gonzalez. “Es war perfekt. Ich sagte zu meinem Mann, dass die Strunks kleine Engel sind, die uns Gott geschickt hat.”

In einer Nische des großen Raumes seien Gonzalez und ihr Mann Ariel dann an einem improvisierten Altar getraut worden. Durch die Fenster hindurch, habe das Paar immerhin noch den verregneten Strand sehen können.

Die Gäste hätten auf Klappstühlen, auf der Treppe oder stehend zugeschaut.

Nach der Zeremonie habe Gonzalez Vater eine Dankesrede an die hilfsbereite Familie Strunk gehalten. Die Familien hätten sich verabschiedet und die Gonzalez hätten ihre Hochzeit in einem örtlichen Restaurant weitergefeiert – genau dort, wo das Paar sich zum ersten Mal getroffen habe.

Einige Tage nach der Hochzeit habe Familie Strunk die Geschichte der improvisierten Hochzeit auf Facebook geteilt: “Wir empfehlen euch improvisierte Hochzeiten sehr”, schrieb Strunk in ihrem Post, der hunderte Male geteilt und kommentiert wurde.

Zwischen den beiden Familien sei seit der Hochzeit eine richtige Freundschaft entstanden: Familie Gonzalez habe die Strunks zum US-Nationalfeiertag am vierten Juli besucht. Die Gonzalez, die aus der Dominikanischen Republik und Puerto Rico stammen, würden demnächst spanische Gerichte für die Strunks kochen wollen.

“Wenn sie ihr erstes Baby bekommen, erwarte ich von ihnen, dass sie es hier im Haus vorbeibringen”, habe Strunk gesagt. “Sie sollen ihm zeigen, wo alles angefangen hat.”

(nc)