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16/08/2018 13:19 CEST | Aktualisiert 16/08/2018 13:21 CEST

USA: Junge darf nicht auf christliche Schule gehen, wegen seiner Frisur

"Das ist nicht richtig."

skynesher via Getty Images
Ein sechsjähriger Amerikaner darf wegen seiner Frisur nicht zur Schule gehen. (Symbolbild)
  • Ein sechsjähriger Junge aus den USA darf nicht in die Schule gehen.
  • Die Regeln der Privatschule verbieten die Frisur des Jungen.

Der erste Schultag – für jedes Kind ein besonderer Moment, an dem ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Dass dieser auch mächtig schief gehen kann, beweist ein Fall aus den USA.

Clinton Stanley aus dem US-Bundesstaat Florida hat seinen gleichnamigen sechsjährigen Sohn zum ersten Mal in die Schule bringen wollen.

Als er dann mit dem Jungen in Schuluniform vor dem Eingang der christlichen Privatschule stand, ließen die Mitarbeiter der Schulverwaltung ihn nicht rein.

Der Grund: Seine Frisur. Der sechsjährige hat nämlich Dreadlocks. Das ist laut Hausordnung der Privatschule nicht erlaubt. Der Vater des Jungen war so empört über das Verhalten der Mitarbeiter, dass er ein Video des Erlebnisses auf Facebook veröffentlichte.

 

fatdaddy81 / Instagram Screenshot

Der Junge sollte seine Haare abschneiden

Die Mitarbeiter des Sekretariats klärten Stanley darüber auf, dass sein Sohn erst in den Unterricht dürfe, wenn er seine Dreadlocks abschneidet, berichtet die britische Tageszeitung “Daily Mail”.

Mit der Frisur habe Stanleys Sohn gegen die Schulregeln verstoßen, die besagen, dass Jungs keine langen Haare tragen dürfen. 

Der Vater bot dann an, die Dreadlocks seines Sohnes zusammen zu binden. Doch auch das schien den Mitarbeitern nicht zu gefallen. Sie erklärten ihm, die Haare müssen über den Ohren enden. Stanley fühlte sich diskriminiert.

“Das ist verrückt. Er ist bereit in die Schule zu gehen, aber er darf nicht”, sagte der Vater im Video.

Der Vater stellt die Schule zur Rede

Stanley ließ nicht locker. Eine Mitarbeiterin sagte ihm, sie müsse die Anmeldung seines Sohnes wieder zurückziehen. Er werde die Schule nicht besuchen können.

Der Vater ließ sich das nicht gefallen. Er machte die Frauen im Sekretariat darauf aufmerksam, dass sie und die Lehrerinnen ihre Haare selbst auf Schulterlänge tragen. “Wo ist der Unterschied?”, fragte er. “Es ist eine Regel. Ich akzeptiere das. Es ist aber nicht richtig. Man hätte mir das schon vor Monaten sagen sollen.”

Stanley sei nicht bewusst gewesen, dass die Schule solch eine strenge Regel hat. In einem Handbuch, das er vorher bekommen habe, stünde, welche Frisuren erlaubt seien, sagten ihm die Mitarbeiterinnen. Dass Dreadlocks unter diese Regel fallen, habe er nicht gewusst.

Der Vater hat eine Lösung gefunden

“Keine Dreadlocks. Alle unsere Jungs haben kurze Haare. Das ist nunmal der Haarstil. Wir erlauben das nicht und haben es nie erlaubt”, sagte eine verantwortliche der Schule der Zeitung. Die Hautfarbe habe aber nichts damit zu tun, da 95 Prozent der Schüler schwarz seien.

Die Regel gebe es seit der Gründung der Schule 1971. Offenbar hat in fast 50 Jahren noch niemand darüber nachgedacht, diese Regel zu ändern, um in der heutigen Zeit anzukommen.

Stanley hat die Auseinandersetzung mit der Schule gereicht. Er entschied sich dafür, seinen Sohn in einer öffentlichen Schule anzumelden.

In Zukunft möchte er mehr darüber sprechen, wie solche Schulregeln besonders diskriminierend gegenüber Schwarzen sind.

 

 (nc)