POLITIK
04/12/2018 20:34 CET | Aktualisiert 05/12/2018 11:55 CET

US-Senatoren beschuldigen saudischen Kronprinzen im Fall Khashoggi

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BANDAR AL-JALOUD via Getty Images
Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman. 

► US-Senatoren beschuldigen den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, an der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi beteiligt gewesen zu sein. Die Abgeordneten hatten zuvor ein Briefing der US-Geheimdienste erhalten. 

► Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Senat, der Republikaner Bob Corker, sagte am Dienstag in Washington:

“Ich habe überhaupt keine Zweifel, dass der Kronprinz MbS die Tötung angeordnet hat, die Tötung überwacht hat, genau wusste, was passierte, und es vorab geplant hat. Wenn er vor einer Jury wäre, würde er innerhalb von 30 Minuten schuldig gesprochen.”

Auch der republikanische Senator Lindsey Graham – eigentlich ein Verbündeter von Präsident Donald Trump – betonte, bin Salman sei wohl an der Ermordung von Khashoggi beteiligt gewesen: “Es gibt null Möglichkeiten – null –, dass das in so einer organisierten Art ohne den Kronprinzen passieren könnte.”

Warum das Urteil der US-Senatoren wichtig ist: 

Seit Wochen beschäftigt der Mordfall Khashoggi die internationale Politik. Die Türkei wirf dem saudischen Königshaus vor, die Tötung des Journalisten befohlen zu haben. Auch die US-Geheimdienste gehen laut Medienberichten von einer direkten Verwicklung des Kronprinzen in die Ermordung Khashoggis aus. 

Noch vor wenigen Tagen aber hatte US-Außenminister Mike Pompeo diese Darstellung zurückgewiesen. Auch US-Präsident Donald Trump hatte Saudi-Arabien gegen die Vorwürfe verteidigt

Nun dürfte der politische Druck auf die US-Regierung zunehmen, gegen den Verbündeten Saudi-Arabien im Fall Khashoggi Stellung zu beziehen. 

Was ihr noch wissen müsst: 

Die Chefin des Auslandsgeheimdienstes CIA, Gina Haspel, hatte am Dienstag eine Gruppe Senatoren hinter verschlossenen Türen über Erkenntnisse in dem Fall unterrichtet

(jg)