POLITIK
10/11/2018 09:18 CET | Aktualisiert 10/11/2018 15:50 CET

US-Reporterin sicher: Trump zeigt mit einer Angewohnheit, ob er lügt

Hat sie den Code geknackt?

Im Video oben: Körpersprache-Experte analysiert Donald Trump und erklärt wie dieser tickt.

Donald Trump lügt öfter, als er sich die Zähne putzt.

Davon kann man zumindest ausgehen, wenn der US-Präsident sich bei der Mundhygiene an die Empfehlungen der American Dental Association hält. 

Während Trump sich – in unserem Szenario – also zweimal täglich die Zahnbürste in die Kauleiste steckt, verlassen seinen Mund rund vier Mal so viele Unwahrheiten.

Im August hat CNN analysiert, dass Trump im Durchschnitt 7,6 Mal am Tag eine Lüge in die Welt setzt.

Kein Wunder also, dass US-Journalisten seit jeher besonders genau hinhören, was der Republikaner von sich gibt. Eine von ihnen will nun sogar den Code geknackt haben.

Den Code, an dem sich erkennen lässt, ob Trump gerade die Wahrheit sagt. 

So zeigt Trump, ob er lügt:

Die MSNBC-Moderatorin Rachel Maddow sagt: “Wenn der Präsident etwas sagt, das nicht wahr ist, sagt er es immer wieder. Je öfter er es sagt, desto falscher ist es meist. Das ist eine geschickter schneller Kniff, um den Präsidenten zu überprüfen.”

So humorvoll Maddow ihre These vorträgt, so tief lässt das Beispiel blicken, das sie anbringt.

NBC via Getty Images
TV-Host Rachel Maddow

Die Moderatorin zeigt ein Interview mit Trump.

Darin erklärte dieser gleich fünf Mal, den gerade für den zurückgetretenen Justizminister Jeff Sessions eingesetzten Matthew Whitaker nicht zu kennen. 

“Er hat für Jeff Sessions gearbeitet, ich kenne Matt Whitaker nicht”, sagte Trump.

“Ihr hattet kein Problem mit Matt Whitaker, als er für Jeff Sessions gearbeitet hat.”

Und: “In aller Fairness gegenüber Matt Whitaker, den ich nicht kenne...” 

Deshalb ist Trumps Lüge so brisant:

Trump versuchte, auf Distanz zu gehen. Denn schon jetzt gibt es Vorwürfe, Whitaker sei eine Marionette des Präsidenten. 

Kritiker glaubten, Trump habe ihn eingesetzt, um die Russland-Ermittlung des FBI-Sonderbeauftragten Robert Mueller zu blockieren.

 

► In einem Beitrag für den Sender CNN schrieb Whitaker im vergangenen Jahr, dass es zu weit gehen würde, sollte Mueller die Finanzen von Trumps Familie unter die Lupe nehmen.

Sollte das passieren, “würde es ernsthafte Bedenken darüber aufwerfen, dass die Untersuchung des Sonderermittlers eine reine Hexenjagd ist”, erklärte er.

Trump hatte die Ermittlungen immer wieder als “Hexenjagd” bezeichnet.

Whitaker dachte zudem laut bei CNN darüber nach, wie man Muellers Ermittlung ein Ende setzen könnte.

Wusste Trump also wirklich nichts von Whitaker und seinen Positionen?

So flog Trumps Lüge dann gänzlich auf:

Doch.

Maddow hatte ihn bei einer der acht täglichen Routine-Lügen ertappt.

Denn schon am 11. Oktober, 29 Tage zuvor, sagte Trump dem Sender Fox News: “Ich kann Ihnen sagen, dass Matt Whitaker ein toller Typ ist. Ich meine: Ich kenne Matt Whitaker.”

Screenshot / MSNBC

Der Verdacht liegt nah, dass Trumps Unwahrheit ein unbeholfener Versuch war, seine Hände von der augenscheinlich geplanten Blockade der Justiz reinzuwaschen.

Vielleicht glitt sie ihm aber auch einfach aus purer Gewohnheit über die Lippen.

Schon Voltaire wusste schließlich: “Gewohnheit, Sitte und Brauch sind stärker als die Wahrheit.”