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21/08/2018 14:38 CEST | Aktualisiert 21/08/2018 14:38 CEST

Urlaubsspeck adé – Invasive und nicht-invasive Methoden der Fettabsaugung

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Schon viele Jahre gehört sie zum Standardrepertoire eines jeden Schönheitschirurgen: die Fettabsaugung. Auch heute noch zählt sie zu den beliebtesten Schönheitsoperationen in Deutschland und gilt als bewährtes Mittel im Kampf gegen hartnäckige Fettpölsterchen. Die Schönheitschirurgie bietet heutzutage jedoch nicht nur die klassische Fettabsaugung zur Fettentfernung an. Minimal- und nicht-invasive Verfahren haben die Fettentfernung weiterentwickelt und schonender gemacht.

Im Folgenden zeige ich die verschiedenen Verfahren der Fettentfernung auf und beleuchten ihre Vor- und Nachteile auf. So kann man seinem hartnäckigen Urlaubsspeck den Kampf ansagen. Vorausgesetzt, man ist gesundheitlich fit und ist bereit, seine Ernährungsgewohnheiten langfristig zu optimieren bzw. reduzieren.

Die klassische Fettabsaugung – ein operatives Verfahren

Fettpolster, die sich durch gezieltes Training und gesunde Ernährung nicht weiter reduzieren lassen, können im Rahmen einer Fettabsaugung verkleinert werden. So können beispielsweise die sogenannten Reiterhosen – Fettablagerungen im Bereich der Oberschenkel -, Fettdepots im Bereich des Bauches, der Oberarme, des Pos und des Rückens sowie kleine Fettansammlungen am Kinn mit einer Fettabsaugung behandelt werden. Dabei ist stets zu beachten: die Fettabsaugung ist kein Mittel zur Gewichtsreduktion bei Übergewicht. Sie stellt lediglich die Möglichkeit dar, besonders hartnäckige Fettpolster zu verkleinern und somit zu einer schlankeren Silhouette zu verhelfen.

Die klassische Fettabsaugung, auch Liposuktion genannt, wird heute in der Regel mit der sogenannten Tumeszenz-Methode durchgeführt. Hierbei handelt es sich um eine Technik, bei der vor der eigentlichen Absaugung eine große Menge Flüssigkeit unter die Haut der betreffenden Körperareale gespritzt wird. Diese Tumeszenzlösung enthält neben Kochsalzlösung auch ein Anästhetikum und Adrenalin. Dieses löst die Fettzellen und verflüssigt sie, wodurch sie im Anschluss effektiver und schonender abgesaugt werden können. Die Absaugung selbst erfolgt über kurze, an unauffälligen Stellen gesetzte Schnitte. Der Chirurg führt feine Kanülen unter die Haut und saugt das Fett sowie die zuvor injizierte Tumeszenzlösung mit fächerartigen Bewegungen gleichmäßig ab. Das Vernähen der Hautschnitte und das Anlegen eines Druckverbands schließen die Behandlung ab. In den nächsten Wochen muss nun Kompressionswäsche getragen werden, die der Bildung von Dellen und Unebenheiten vorbeugt.

Viele Hilfsmittel und technische Neuerungen haben die Fettabsaugung in den letzten Jahren weiterentwickelt und optimiert. So kann auch die invasive Methode der Fettentfernung sehr schonend sein und besonders natürliche Ergebnisse liefern. Eine Weiterentwicklung der Fettabsaugung mit Tumeszenz-Methode stellt die vibrationsassistierte Liposuktion (VAL) dar. Dabei wird das Gewebe mittels einer motorbetriebenen Sonde in Vibration versetzt, wodurch sich die Fettzellen leichter lösen und schneller abgesaugt werden können. Die Wärmeentwicklung der Sonde hat zudem einen hautstraffenden Effekt.

Eine weitere hilfsmittelunterstützte Methode des Fettabsaugens ist die Wasserstrahl-assistierte Liposuktion (WAL). Hier werden die Fettzellen mittels eines feinen Wasserstrahls aus dem Gewebe gelöst. Blutgefäße und Nerven werden durch den sich anpassenden Druck des Wasserstrahls geschont. Im Vergleich zur Tumeszenz- Methode wird hier eine geringere Menge Flüssigkeit unter die Haut gespritzt. Dies ist nicht nur schonender, sondern verringert das Risiko für Unebenheiten weiter. Die WAL eignet sich grundsätzlich für alle Körperregionen. Eine Methode, die besonders im Bereich des Rückens, sowie zur Verkleinerung einer männlichen Brust (Gynäkomastie) eingesetzt werden kann, ist die ultraschallassistierte Liposuktion (UAL). Eine Ultraschallsonde, die zur Zerstörung bzw. Verflüssigung der Fettzellen beiträgt, wird in das Gewebe eingesetzt. Auf diese Weise kann das Fett anschließend leichter abgesaugt werden. Da durch die Ultraschallsonde Verbrennungen entstehen können, ist das Know-how des behandelnden Arztes hier von besonderer Bedeutung. Auch die laserassistierte Liposuktion (LAL) erfordert Geschick und Erfahrung. Hierbei kommt ein spezieller Laser zum Einsatz, der die Fettzellen der betreffenden Körperregionen gezielt bestrahlt und auflöst. Die zusätzliche Anregung der Kollagenproduktion bei der Laserlipolyse strafft die Haut und kann effektiv gegen Cellulite wirken.

Die Fett-weg-Spritze – minimalinvasiv gegen kleine Fettpölsterchen

Liegen kleine bis mittlere Fettpolster vor, stellt die Fett-weg-Spritze eine gute Alternative zur operativen Fettabsaugung dar. Die Injektion eines speziellen Wirkstoffs in die betreffenden Körperbereiche mithilfe von feinen Nadeln initiiert die Auflösung der Fettzellen mittels Lipolyse. Der Wirkstoff Phosphatidylcholin, ein Phospholipid, wird aus der Sojabohne gewonnen und schon längere Zeit in der Medizin zur Behandlung von Fettembolien eingesetzt. In die Haut gespritzt löst er eine gewollte Entzündungsreaktion des Körpers aus. Diese unterstützt die Auflösung der Fettzellen. Die aufgelösten Fettzellen werden innerhalb der nächsten Wochen nach der Behandlung vom Körper abgebaut und ausgeschieden.

Erste Ergebnisse der Behandlung mit der Fett-weg-Spritze werden also erst etwa sechs Wochen später sichtbar. Hier ist häufig zu erkennen, dass zum Erreichen des Wunschergebnisses eine weitere Behandlung notwendig ist. In der Regel wird die Injektion der fettlösenden Flüssigkeit zwei- bis dreimal im Abstand von acht Wochen wiederholt. In einigen Fällen ist hingegen auch eine einzige Sitzung ausreichend. Der Vorteil bei der Fett-weg-Spritze: sie erfordert keine Operation, die Behandlung kann ambulant durchgeführt werden und dauert nur etwa eine halbe Stunde. Der Patient ist unmittelbar nach der Injektion wieder einsatzfähig, Ausfallzeiten gibt es keine. Einen Haken hat die Fett-weg-Spritze jedoch: ihre Wirkung ist nicht garantiert. Bei einem geringen Prozentsatz der Patienten schlägt die Behandlung nicht an und es kommt nicht zur gewünschten Lipolyse. Ist dies der Fall, kann auf eine herkömmliche Fettabsaugung oder ein nicht-invasives Verfahren zurückgegriffen werden.

Kryolipolyse – mit Kälte nicht-invasiv Fett entfernen

Eine Methode der Fettentfernung, die weder eine Operation noch eine Injektion erfordert, also nicht-invasiv ist, stellt die Kryolipolyse dar. Das neuartige Verfahren, das mit modernen Technologien arbeitet, macht sich die erhöhte Kälteempfindlichkeit von Fettzellen gegenüber anderem Gewebe zunutze. Durch eine starke Kühlung der betreffenden Körperbereiche werden Fettzellen zerstört und abgebaut, während das umliegende Gewebe unversehrt bleibt. Mithilfe eines speziellen Kühl-Applikators wird das Gewebe mittels Vakuum eingesaugt und zwischen zwei Kühlelementen auf bis zu -9°C heruntergekühlt. Gele, Cremes oder ein Schutzvlies schützen dabei die Haut vor der Kälte. Ausgelöst durch die starke Kälteeinwirkung durchlaufen die empfindlichen Fettzellen die Apoptose, den programmierten Zelltod. Die folgende Entzündungsreaktion des Körpers unterstützt den Abbau und Abtransport der Fettzellen. Etwa zwei bis drei Monate nach der Kryolipolyse ist das Fett vollständig abgebaut und das Ergebnis der Behandlung kann beurteilt werden. Ähnlich wie bei der Fett-weg-Spritze kann es auch bei der Kältebehandlung vonnöten sein, die Behandlung ein- bis zweimal zu wiederholen.

Auch die Kryolipolyse ist vor allem dazu geeignet, kleine bis mittlere Fettpolster zu reduzieren. Angewendet werden kann sie dabei im Bereich der Oberarme und Oberschenkel, der Hüfte und des Pos, sowie am Bauch, am Rücken, an den Knien und zur Entfernung eines Doppelkinns. Da auch hier keine Ausfallzeiten entstehen, das Verfahren besonders gewebeschonend ist und keine Narben hinterlässt, stellt die Kryolipolyse eine attraktive Behandlung zur Fettentfernung dar.

Die Bandbreite an fettentfernenden Behandlungen ist vor allem in den letzten Jahren dank technischer Hilfsmittel und ausgefeilter Operationstechniken stetig gewachsen. Ärzte zielen mit den immer gewebeschonenderen Verfahren nicht nur auf die Effektivität der Behandlungen ab, sondern haben vor allem das Wohl des Patienten im Sinn. Eine gleichmäßige, schonende Fettentfernung mit besonders natürlichen Ergebnissen, dies ist das Ziel von Fettabsaugung, Fett-weg-Spritze und Kryolipolyse. Dank der großen Auswahl an Verfahren können Arzt und Patient gemeinsam die individuell am besten geeignete Behandlungsform finden und somit optimale Ergebnisse erzielen. Wichtig ist deshalb ein gründlicher Gesundheitscheck und eine ausführliche, professionelle Beratung, die Risiken und Nebenwirkungen erörtert.