POLITIK
13/10/2018 16:29 CEST | Aktualisiert 13/10/2018 16:31 CEST

"Unteilbar": 150.000 Menschen protestieren bei Mega-Demo in Berlin gegen Rassismus

Auf den Punkt.

Michele Tantussi / Reuters

Zu einer Demonstration gegen Rassismus sind in Berlin nach Veranstalterangaben bis Samstagnachmittag rund 150.000 Menschen gekommen, weit mehr als erwartet.

► Angemeldet hatten die Organisatoren lediglich 40.000. Wegen der Veranstalter gibt es an der Demo jedoch auch Kritik.

Als die Demonstrationsspitze auf ihrem Weg bereits das Brandenburger Tor erreicht hatte, standen die letzten Teilnehmer noch auf dem gut zwei Kilometer entfernten Alexanderplatz. Ziel war die Siegessäule im Tiergarten, wo die Abschlusskundgebung mit Auftritten verschiedener Musiker stattfinden sollte.

Die Mega-Demo in Berlin – auf den Punkt gebracht.

Was die Veranstalter sagen:

„Wir sind wahnsinnig zufrieden mit der Resonanz“, sagte Felix Müller von der Inititive „Unteilbar“ der Deutschen Presse-Agentur. Dies bestätige, dass viele Menschen ein Zeichen gegen rechts und für Solidarität hätten setzen wollen.

Michele Tantussi / Reuters

Unter dem Motto „Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung“ hatte das Bündnis „Unteilbar“ zu dem Protest aufgerufen. Er richtet sich gegen rechte Hetze, Diskriminierung, das Flüchtlingssterben auf dem Mittelmeer und Kürzungen im Sozialsystem.

Wer zu der Demo kam:

Viele Teilnehmer hatten Transparente, Plakate und Luftballons dabei. Unter anderem war zu lesen „Nein zur Hetze gegen Muslime“ und „Rassismus ist keine Alternative“.

► Ein riesiges Transparent trug die Aufschrift „Solidarität mit den Opfern rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt“.

Reuters

► Zahlreiche Organisationen, Verbände und Parteien unterstützen den Aufruf. Darunter sind Prominente wie der Schauspieler Benno Fürmann, der Fernsehmoderator Jan Böhmermann und die Band Die Ärzte.

► Auch Organisationen wie Amnesty International, Brot für die Welt, der Zentralrat der Muslime in Deutschland und der Paritätische Gesamtverband riefen zur Teilnahme auf.

Außenminister Heiko Maas nannte es ein großartiges Signal, dass so viele auf die Straße gehen. „Wir lassen uns nicht spalten – von rechten Populisten schon gar nicht“, sagte Maas den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Warum es auch Kritik gab:

Dagegen unterstützte die Berliner CDU die Demonstration ausdrücklich nicht. Zur Begründung wies ihr Generalsekretär Stefan Evers darauf hin, dass der Anmelder sich als Anwalt bei der „Roten Hilfe“ engagiere, einer Organisation, die „linksextremistische Verbrecher“ unterstütze.

Zudem werde die Aktion „von vielen anderen dubiosen Organisationen“ mitgetragen. Der Bundesverfassungsschutz ordnet die „Rote Hilfe“ als linksextrem ein.