LIFESTYLE
19/02/2018 14:35 CET | Aktualisiert 27/02/2018 18:07 CET

Video: So widerlich ist das Aufnahmeritual in einer australischen Studentenverbindung

Die Aufnahmen sind Teil einer Recherche über die australische Uni-Kultur.

  • Wer in eine Studentenverbindung eintreten möchte, muss oftmals ein heikles Aufnahmeritual über sich ergehen lassen
  • Das an einer australischen Universität könnte allerdings kaum ekelhafter sein
  • Das beweisen auch die Videos, die dabei entstanden sind

Jedes Jahr machen männliche Studenten der Universität Evatt House in Callaghan, Australien, einen Wochenendausflug nach Melbourne. Dass dort nicht nur Wasser getrunken und Karten gespielt wird, dürfte klar sein. 

► Wie wild es die Studenten dort aber wirklich treiben, enthüllt nun ein schockierendes Video. 

Es zeigt mehrere Aufnahmerituale, die jüngere Studenten über sich ergehen lassen müssen. Und die sind ziemlich ekelhaft. 

Zum Beispiel formen ältere Studenten aus ihren Hoden eine Art Tasse und füllen Bier hinein – die Jüngeren müssen auf die Knie gehen und das Getränk dann direkt aus der Haut trinken. Ein weiteres Ritual: Den Aufnahmewilligen wird Bier über den Kopf geschüttet. Von dort muss es dann auch getrunken werden.

Nina Funnell von der Organisation End Rape on Campus Australia (“Beendet Vergewaltigungen an australischen Universitätsgeländen”) hat die Videoaufnahmen ins Netz gestellt.

Sie sind Teil einer Recherche über die australische Uni-Kultur. “Es deutet auf eine ziemlich vergiftete Kultur hin, in der hypersexualisierte Rituale auf Alkohol treffen”, erzählt Funnell dem Online-Portal “Hack”, das zum australischen Rundfunk ABC gehört.

Und weiter: “Dort herrscht eine Menge Zwang, Druck und Erwartung. Das macht es den Betroffenen schwer, Nein zu sagen.”

► Rituale wie in dem Video scheinen laut Funnell in ganz Australien verbreitet zu sein. “Manche sind ziemlich harmlos und oft sogar spaßig. Doch am äußeren Ende des Spektrums treten auch Verhaltensweisen auf, die ziemlich gefährlich sein können.”

Ekelhafte Aufnahmerituale gibt es weltweit

Doch nicht nur in Australien gibt es diese sogenannten Aufnahmerituale bei Studentenverbindungen. Sie sind weltweit verbreitet. So hält sich hartnäckig das Gerücht, dass der ehemalige britische Premierminister David Cameron Mitglied eines elitären Clubs in Oxford gewesen sei. Dort hätte er beim Aufnahmeritual seinen Penis in das Maul eines toten Schweines gesteckt. 

Das wurde 2015 durch das Buch “Call me Dave”, geschrieben von seinem Widersacher Lord Michael Ashcroft, bekannt. Schnell war der Hashtag Piggate geschaffen, unter dem sich Twitter-Nutzer über ihren damaligen Premier ausließen. Ein Beweis für diese Behauptung steht allerdings bis heute aus.

Auch in Amerika sorgen Verbindungen mit ihren Ritualen immer wieder für Aufsehen. So soll Studenten, die in die “Pi Kappa Alpha”-Verbindung der Universität in New Orleans beitreten wollen, ein gefährliches Gemisch über den Rücken gekippt werden. Es besteht aus heißem Wasser, Pfefferspray und Cayennepfeffer. 

► Auch eine deutsche Burschenschaft sorgte vor einigen Jahren für einen Eklat.

Die “Chattia Friedberg zu Hamburg” soll sogar dem Verfassungsschutz bekannt sein. Kein Wunder. Bei der sogenannten “Hatz” sollen 16- und 17-jährige Jungs aufeinander gehetzt worden sein – so lange, bis sie mit Säbeln aufeinander losgingen und ernste Verletzungen davontrugen. 

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(lm)