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22/02/2018 12:14 CET | Aktualisiert 22/02/2018 18:13 CET

Unfallopfer dachte, es würde sterben – so hat es sich angefühlt

"Ich verlor komplett die Kontrolle über mein Fahrzeug."

  • Anna Demers wäre mit 36 Jahren beinahe auf einer kanadischen Autobahn gestorben
  • Was sie angeblich kurz vor dem Verlust ihres Bewusstseins sah, schildert sie in einem beeindruckenden Text
  • Im Video oben: “Ich starb mit 12 Jahren” – Wiederbelebter berichtet, wie sich der Tod wirklich anfühlt

Was passiert, wenn wir sterben? Wie fühlt es sich an und welche Gedanken gehen uns in diesem Moment durch den Kopf? Fragen, die die meisten Menschen – zum Glück – nicht beantworten können. 

Anna Demers schon, eine High-School-Lehrerin aus Kanada. Als sie 36 Jahre alt war, wurde sie in einen schrecklichen Unfall verwickelt. Sie dachte, ihr Leben wäre vorbei.

In einem beeindruckenden Text auf der Meinungsplattform Quora gibt sie wieder, was an jenem verhängnisvollen Tag passiert ist. Und was ihre letzten Gedanken waren, bevor sie das Bewusstsein verlor. 

“Auch auf das Risiko hin, verrückt zu klingen, möchte ich dieses Kapitel in meinem Leben teilen”, leitet Demers ihre Geschichte ein. Sie sei im März auf einer vereisten Autobahn unterwegs gewesen. “Ich verlor komplett die Kontrolle über mein Fahrzeug”, schreibt sie. “Das letzte, woran ich mich erinnere, bevor die Hölle losbrach, ist, dass mein Auto eine 180-Grad-Kurve machte und ich auf der Überholspur in den kommenden Verkehr blickte. Ich konnte nichts dagegen tun.”

Im Angesicht des Todes hatte sie noch zwei Wünsche

Dann sah sie einen großen Truck auf sich zukommen. “Ich ließ das Lenkrad los und sagte in einem ruhigen Ton: ‘Heute werde ich sterben’”, beschreibt Demers den wohl schlimmsten Augenblick in ihrem Leben.

► In diesem Moment habe sie noch zwei Wünsche gehabt: Sie hoffte, dass sie niemand anderen töten würde und dass sie, sollte sie überleben, in einem Stück weiterleben würde. 

“Dann passierte etwas sehr Komisches und ich habe bis heute keine logische Erklärung dafür”, schreibt Demers. “Ich saß in meinem Auto und wartete auf meinen Tod. Und ich erinnere mich, dass ich keine Angst verspürte. Aber mich ein komisches Gefühl der Ruhe umhüllte. (...) Mich umhüllte eine unsichtbare Wärmedecke. Meine Windschutzscheibe wurde irgendwie in diesen schönen, warmen, blassgelben Tönen und allen möglichen weißen Tönen erleuchtet.” Und dann habe sie etwas wahrgenommen, das in dem Moment noch anwesend gewesen sei. Ihre Schilderungen klingen unglaublich.

In den letzten Momenten bei Bewusstsein traf sie ein seltsames Wesen

“Diese Präsenz schien mit ihren Armen direkt auf mich zuzufliegen oder zu schweben. Es wirkte, als würde sie direkt durch die Windschutzscheibe fliegen, um mich zu ‘umarmen’, ‘mich abzuholen’ oder ‘mich rauszuziehen’. Ich habe keine Ahnung, was das war.”

Sie habe aber kein Gesicht erkennen können. “Es war eine sehr warme, aber keine brennende Art von von Wärme. Ich konnte nicht sagen, ob es eine Frau oder ein Mann war. Aber die Energie, die dieses ‘Wesen’ ausstrahlte, war etwas, mit dem ich nicht vertraut war”, schreibt die Lehrerin.

Das sei alles, an das sich Demers noch erinnern könne. Dann habe sie das Bewusstsein verloren. 

Als sie wieder zu sich kam, wachte sie in einer komischen Position auf, so berichtet sie es. Sie fror, eine Hälfte ihres Körpers lag in kaltem Wasser. Offensichtlich war ihr Auto immer weiter gerollt, bis es in einem Graben zum Stehen kam. Dort wachte Demers dann auf. Sie hatte mehrere Rippenbrüche und eine schwere Gehirnerschütterung.

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“Wir hatten beide eine Gänsehaut”

Ihre beiden Wünsche, die sie kurz vor dem Erscheinen des unbeschreiblichen Wesens angeblich hatte, gingen in Erfüllung: Niemand sonst wurde verletzt und sie überlebte den Unfall in einem Stück. 

“Diese Präsenz an jenem Tag kann ich einfach nicht erklären. Hat sich mein Gehirn das alles nur eingebildet? Ich habe keine Ahnung”, schreibt die Überlebende. 

► Irgendwann schaute sich Demers gemeinsam mit ihrem Vater das Unfallauto an. “Wir hatten beide eine Gänsehaut. Teile des Daches sind auf den Rücksitz gekracht, andere Teile auf den Beifahrersitz. Der einzige Teil des Daches, der unversehrt blieb, war der direkt über meinem Kopf.

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